Lexikon
Enharmọnik
[die; griechisch]
in der Musik der griechischen Antike die Verwendung von kleineren Intervallen als das des chromatischen Halbtons. Im Gegensatz zur Diatonik und Chromatik ist die Enharmonik ein Tonsystem, das die Quarte in eine große Terz und zwei enharmonische Intervalle teilt, die zusammen die Größe eines chromatischen Halbtons haben.
Seit dem Mittelalter ist Enharmonik das Verhältnis der beiden Töne zueinander, die entstehen, wenn zwei Töne im Abstand eines Ganztons jeweils um einen halben Ton herauf- bzw. heruntergesetzt werden (z. B. wenn c zu cis und d zu des wird). Mit der Einführung der temperierten Stimmung, die den Größenunterschied zwischen chromatischen und diatonalem Halbton aufhob, wurden diese Töne klanggleich. Das führte zur enharmonischen Umdeutung eines Tons oder eines Akkords, die u. a. von J.-P. Rameau beschrieben wurde. Als enharmonische Verwechslung bezeichnet man die Notierung des gleichen Tons durch einen anderen, d. h. durch das Vorzeichen eines ♯ oder ♭. Mit der Auflösung der Tonalität im 20. Jahrhundert durch A. Schönberg u. a. wurde die Enharmonik bedeutungslos.
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