Lexikon

Feuchtwanger, Lion: Jud Süß

  • Erscheinungsjahr: 1925
  • Veröffentlicht: Deutsches Reich
  • Verfasser: Feuchtwanger, Lion
  • Deutscher Titel: Jud Süß
  • Genre: Roman
Angeregt von der gleichnamigen Novelle Wilhelm Hauffs, untersucht Lion Feuchtwanger (* 1884,  1958) in dem Roman »Jud Süß«, der beim Drei Masken Verlag in München erscheint, am Beispiel des jüdischen Finanzmanns Joseph Süß-Oppenheimer einen Fall von Antisemitismus, aber auch von der Korrumpierbarkeit durch Macht. Süß-Oppenheimer, genannt Jud Süß, war Berater und Finanzier des Herzogs Karl Albert von Württemberg. Er wurde am 4. Februar 1738 nach dem Tod des Herzogs in Stuttgart hingerichtet. Als Inhaber eines großen Vermögens trat Süß-Oppenheimer 1732 mit dem Herzog in Verbindung, der ihm zuerst die Direktion des Münzwesens übertrug und ihn schließlich zum Geheimen Finanzrat und Kabinettsminister ernannte. Süß-Oppenheimer wurde ein für den Herzog unentbehrlicher Berater, den er beim Kampf gegen die Landstände unterstützte. Als Minister besetzte er alle entscheidenden Ämter mit Personen seiner Wahl, ließ elf Millionen Gulden Falschgeld prägen, errichtete ein Salz-, Wein- und Tabakmonopol, verkaufte für Riesensummen Privilegien, holte viele Juden ins Land und belastete das Volk mit Abgaben aller Art. Wegen seiner Steuerpolitik und seines aufwändigen Lebensstils zog er sich den Hass der Bevölkerung zu. Nach dem Tod des Herzogs 1737 wurde er wegen Amtserschleichung, Betrug und Hochverrat angeklagt und zum Tod verurteilt. In seinen historischen Romanen beschäftigt sich Lion Feuchtwanger überwiegend mit der jüdischen Vergangenheit v. a. während des Dritten Reichs. Zu seinen bedeutendsten Romanen zählen »Die hässliche Herzogin Margarete Maultasch« (1923), der in der Veit-Harlan-Verfilmung zu trauriger Berühmtheit gelangte »Jud Süß« (1925) und die Trilogie »Der Wartesaal« (1930-1940), bestehend aus »Erfolg« (1930), »Die Geschwister Oppenheim« (1933) und »Exil« (1940).
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