Lexikon
Gütersloh
Albert Paris, eigentlich Albert Conrad Kiehtreiber, österreichischer Maler und Schriftsteller, * 5. 2. 1887 Wien, † 16. 5. 1973 Baden bei Wien; Professor an der Akademie der Schönen Künste in Wien; schrieb expressive und barock verschlungene Romane: „Die tanzende Törin“ 1911; „Sonne und Mond“ 1962; „Die Fabel von der Freundschaft 1969; Erzählungen: „Kain und Abel“ 1924; „Die Fabeln vom Eros“ 1947.
- Erscheinungsjahr: 1962
- Veröffentlicht: Österreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Sonne und Mond
- Genre: Ein historischer Roman aus der Gegenwart
Nach 16 Jahren Pause legt der österreichische Maler, Lyriker, Erzähler und Essayist Albert Paris Gütersloh (* 1887, † 1973), Mitbegründer und Lehrer der Wiener Schule des fantastischen Realismus, bei Piper in München mit »Sonne und Mond« den Versuch eines »totalen« Romans vor. Dem abrupt endenden 820-Seiten-Epos stellt er ein Motto des griechischen Philosophen Heraklit voran, das treffend den Eindruck völliger Zügel- und Kompositionslosigkeit, den dieser »historische Roman aus der Gegenwart« erweckt, illustriert: »Ein Haufen aufs Geratewohl hingeschütteter Dinge ist die schönste Weltordnung.« Die Fabel dieses zugleich faszinierenden und langweilenden, inspirierenden und überfordernden Werks stellt der österreichische Autor dem Buch ebenfalls voran, um zu zeigen, dass es auf die Handlung nicht ankommt: Der Baron Enguerrand hinterlässt seinem leichtfertigen, abenteuersüchtigen und unzuverlässigen Neffen, dem Grafen Lunarin, gleichsam zur Strafe für dessen Lebenswandel ein baufälliges Schloss mit einer heruntergekommenen Landwirtschaft, das dieser sofort dem nachbarlichen Großbauern Till Adelseher zur Bewirtschaftung übergibt und das über dessen rastlosem Bemühen binnen eines Jahres zum Neid mancher Zeitgenossen zum prosperierenden Gut gedeiht.
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