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LEXIKON

Haut

Haut
Haut
Haut: schematischer Längsschnitt
Haut: schematischer Längsschnitt
Schnitt durch die Haut eines Säugetiers. Die Oberhaut oder Epidermis wird innerhalb von drei Wochen vollständig erneuert, indem sie ständig neue Zellen bildet, während die oberen Zellschichten verhornen und absterben und fortlaufend abgeschilfert werden. Die Lederhaut besteht aus faserigem Bindegewebe, zugfesten kollagenen Fasern und dehnbaren elastischen Fasern, und verleiht der Haut Festigkeit. Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe, das Wärme- und mechanischen Schutz bietet und der Energiespeicherung dient. Zahlreiche Blutgefäße in der Leder- und Unterhaut sorgen für Ernährung, Sauerstoffzufuhr und Wärmeausgleich. Nerven, deren Äste bis in die Oberhaut reichen, verleihen der Haut Empfindungsvermögen.
im weiteren Sinn Bezeichnung für alle Deckgewebe, die die Lebewesen außen umschließen oder Körperhöhlen auskleiden; im engeren Sinn die äußere Körperbedeckung der vielzelligen Tiere (Integument). Die Haut dient nicht nur dem Schutz gegen Einwirkungen von außen, sondern auch als Sinnesorgan (für Temperatur, Druck, Schmerz), als Organ der Atmung und der Ausscheidung, dem Aussenden optischer und chemischer Signale durch Pigmentierungsmuster und Hautdrüsensekrete und bei Primaten auch der Wärmeregulation.
Die Haut der
wirbellosen Tiere
ist meist einschichtig und scheidet häufig an der Oberfläche Skelettsubstanzen aus, etwa bei Gliedertieren die oft durch Chitin verstärkte Kutikula und bei Weichtieren die Schale, die durch Kalkausscheidung sehr fest werden kann.
Die Haut der
Wirbeltiere
(Cutis) besteht aus der mehrschichtigen Oberhaut und der darunter liegenden Lederhaut, die in der Tiefe in ein fettreiches Unterhautbindegewebe übergeht. Die äußeren Zellschichten der Oberhaut (Epidermis), unterliegen einem ständigen Verschleiß. Sie werden kontinuierlich oder periodisch (Häutung) abgestoßen und durch neue Zellen ersetzt, die in einer basalen Zellschicht (Basalschicht oder Keimschicht) gebildet werden. In die Keimschicht können Farbstoffe (Pigmente) eingelagert sein, die dem Schutz vor UV-Strahlung dienen. Bei den ursprünglichen Wirbeltieren, den Fischen und Amphibien, ist die Epidermis noch wenigschichtig, drüsenreich und feucht und dient bei den Amphibien auch dem Gasaustausch. Bei den landlebenden Reptilien, Vögeln und Säugetieren tritt die Schutzfunktion der Haut vor Austrocknung in den Vordergrund: Die Epidermis ist vielschichtig und an der Oberfläche verhornt (Hornschicht).
Bei den Säugetieren wird die Haut wieder drüsenreich: Es kommen traubenförmige (alveoläre) Talgdrüsen (meist an den Haarbälgen) und schlauchförmige (tubulöse) Schweißdrüsen vor, von denen sich auch die Milchdrüsen ableiten. Haarbälge, Talg- und Schweißdrüsen sind Bildungen der Epidermis, sinken aber in die untere Schicht der Lederhaut (Corium) ab. Diese besteht aus Bindegewebe und elastischen Fasern und sorgt für Halt und Elastizität der Haut. Sie ist reich an Haargefäßen (Kapillaren) und Nerven und versorgt die Epidermis mit Nährstoffen und Sauerstoff.
Die Unterhaut (Subcutis) ist von der Lederhaut nicht scharf abgegrenzt und besteht aus lockerem Bindegewebe, in das Fettgewebe eingelagert ist. Sie ist von zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenfasern durchzogen. Diese Schicht dient als Energiereserve, Wärmepolster und Nahrungsspeicher und schützt Knochen, Muskulatur und Organe gegen Druck, Stoß und Wärmeverlust.
Bei den warmblütigen Vögeln und Säugetieren dienen zusätzlich Anhangsgebilde der Haut, Federn und Haare, der Wärmeisolation. Ausschließlich bei den Säugetieren sind Schweißdrüsen ausgebildet, die Duftstoffe und Exkrete produzieren, und nur bei Primaten, insbesondere beim Menschen, dienen Schweißdrüsen der Temperaturregulation durch Wasserabgabe (Schweiß). Beim Menschen beträgt die Schweißabgabe allgemein am Tag 1/2 l; sie kann auf mehrere Liter ansteigen.
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