Lexikon
Israel
Der Staat Israel und die Nahostkriege
Proklamation des Staates Israel
Proklamation des Staates Israel
David Ben Gurion proklamierte am 14. Mai 1948 den jüdischen Staat (Auszüge):
Im Lande Israel trat das jüdische Volk ins Leben, hier wurde sein geistiges, religiöses und politische Antlitz geformt; hier führte es sein Leben in staatlicher Selbständigkeit; hier schuf es nationale und allmenschliche Kulturgüter und schenkte der Welt das unvergängliche Buch der Bücher.
Mit Gewalt aus seinem Lande vertrieben, hielt es ihm allenthalben in der Zerstreuung die Treue und hörte niemals auf, die Rückkehr in sein Land und die Wiederherstellung seiner politischen Freiheiten in ihm zu erflehen ...
Im Jahre 1897 trat, dem Rufe Theodor Herzls, des Künders der Judenstaatsidee, folgend, der Zionistenkongress zusammen und proklamierte das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Wiedergeburt in seinem Heimatlande...
Die Katastrophe, die in unseren Tagen über das jüdische Volk hereinbrach und der Millionen Juden in Europa zum Opfer fielen, bewies erneut und eindringlich, dass es unerlässlich ist, die Frage des heimat- und staatenlosen jüdischen Volkes durch Wiedererrichtung des jüdischen Staates im Lande Israel zu lösen, der seine Tore jedem Juden weit öffnen und dem jüdischen Volk die Stellung der gleichberechtigten Nation unter den Völkern verleihen wird.
Dem Waffenstillstand von 1949 folgte kein Frieden. Auf Terrorakte, die Sperrung des Suezkanals und des Golfs von Aqaba reagierte Israel am 29. 10. 1956 mit dem Einmarsch nach Sinai und Gaza. Unter dem Druck der USA und der UdSSR mussten diese Gebiete 1957 wieder geräumt werden. Im Sechstagekrieg 1967 besetzte Israel die ganze Sinaihalbinsel, den Gazastreifen, das Westjordanland einschließlich Ostjerusalems und die syrischen Golanhöhen. 1973 führte ein koordinierter ägyptisch-syrischer Angriff (Jom-Kippur-Krieg) zu arabischen Anfangserfolgen, die Israel rasch ausgleichen konnte. Durch US-amerikanische Vermittlung schlossen Israel und Ägypten 1974 und 1975 zwei Abkommen, die zu einem Teilrückzug Israels auf der Sinaihalbinsel führten. Die USA vermittelten auch ein syrisch-israelisches Abkommen über eine Truppenentflechtung an der Golanfront.
Als erster arabischer Staat erkannte Ägypten das Existenzrecht Israels 1979 an und schloss mit ihm auf Basis des Camp-David-Abkommens am 26. 3. 1979 einen Friedensvertrag, woraufhin Israel die Sinaihalbinsel räumte.
1982–1985 unternahm Israel einen militärischen Vorstoß nach Libanon, um von dort ausgehenden PLO-Angriffen zu begegnen. Ein israelisch-libanesisches Abkommen musste Libanon 1984 unter syrischem Druck annullieren. 1985 zog Israel seine Truppen aus Libanon ab, behielt aber eine „Sicherheitszone“ im Süden des Landes.
In den Jahrzehnten nach der Staatsgründung wanderten über 2 Mio. Juden ein, hauptsächlich aus Osteuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Ihre soziale und wirtschaftliche Eingliederung war eine große Herausforderung. In der Innenpolitik hatte bis 1977 die sozialdemokratische Mapai bzw. Arbeiterpartei bestimmenden Einfluss und stellte alle Regierungschefs. 1977–1984 regierte der national-konservative Likud-Block. Neuwahlen 1984 brachten eine Große Koalition hervor, in der sich Shimon Peres (Arbeiterpartei) und Izhak Schamir (Likud) im Amt des Ministerpräsidenten abwechselten. Die anhaltende Unzufriedenheit der in den besetzten Gebieten lebenden Palästinenser führte 1987 zum offenen Aufstand gegen die israelische Besatzungsmacht, der ersten Intifada.
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