Lexikon
Japan
Shogunherrschaft
Mit der 1192 erfolgten Verleihung des Titels Seii Tai Shogun („militärischer Oberkommandierender“, Shogun) an Minamoto Yoritomo erkannte der Kaiser die neue Militärregierung in Kamakura an. Im 13. Jahrhundert versuchten die Mongolen zweimal (1274 und 1281) vergeblich, Japan zu erobern.
Nach inneren Wirren
begründete Ashikaga Takauji 1338 das Ashikaga-Shogunat, das seinen Sitz in Muromachi, einem Viertel von Kyoto, nahm. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts (Zeit der Streitenden Reiche) zerfiel Japan in zahlreiche unabhängige Gebiete, die von einem kriegerischen Feudalherren (Daimyo) und seinen Hausvasallen (Samurai) angeführt wurden. Im 16. Jahrhundert trafen mit den Portugiesen die ersten Europäer ein. Mit katholischen Missionaren gelangte auch das Christentum nach Japan.
Der Feldherr Oda Nobunaga setzte 1573 den letzten der Ashikaga-Shogune ab. Damit begann die shogunatslose Zeit der Reichseinigung, die von Toyotomi Hideyoshi weiter vorangetrieben wurde. Sein Feldherr Tokugawa Ieyasu (1542–1616) übernahm gewaltsam die Macht, vollendete das begonnene Reformwerk und ließ sich 1603 die erbliche Shogunatsstellung vom Kaiser bestätigen. Er verlegte den Sitz seiner straffen Zentralregierung nach Edo, dem heutigen Tokyo, und beherrschte zusammen mit den in ein Lehnsverhältnis gezwungenen Daimyos das Land. Zur nationalen Geschlossenheit trugen auch die seit 1614 einsetzenden Verfolgungen der Christen und die 1639 erfolgte hermetische Abschließung des Landes gegenüber dem Ausland bei.
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