Lexikon
Japan
Die Weltwirtschaftsmacht
Im Friedensvertrag von San Francisco 1951 wurde das japanische Gebiet auf die vier japanischen Hauptinseln beschränkt. Die US-amerikanische Besatzungszeit endete 1952, erst 1972 erhielt Japan die Ryukyu-Inseln zurück. Die südlichen Kurilen blieben weiterhin von der UdSSR besetzt. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Japans wurde bereits 1953 abgeschlossen. Die 1955 gegründete Liberaldemokratische Partei (LDP) wurde zur beherrschenden politischen Kraft.
In den 1960er Jahren begann der japanische Aufstieg zur globalen Wirtschaftsmacht. Erst 1978 schloss das Land mit China einen Friedens- und Freundschaftsvertrag, der den Kriegszustand formell beendete. Nachfolger Kaiser Hirohitos wurde 1989 dessen Sohn Akihito. Durch innerparteiliche Querelen geschwächt, musste 1993 die seit 1955 allein regierende LDP für ein Jahr in die Opposition.
In der Folgezeit kam es, vor allem durch eine langjährige Wirtschafts- und Finanzkrise, mehrfach zu Wechseln an der Regierungsspitze. 2001 wurde Junichiro Koizumi (LDP) Ministerpräsident. Er konnte im Innern zahlreiche Reformen, zuletzt eine Postreform, durchsetzen. Die Bevölkerung bestätigte seinen Kurs bei den Wahlen 2003 und 2005. In der Außenpolitik unterstützte Japan im Irakkonflikt die Haltung der USA. Obwohl Koizumi als erster japanischer Ministerpräsident nach Nordkorea reiste, blieben die Beziehungen zu dem dikatorischen Regime gespannt. 2006 übernahm Shinzo Abe von Koizumi das Amt des LDP-Vorsitzenden und wurde vom Parlament auch zum neuen Regierungschef gewählt. Sein Kabinett verlor durch verschiedene Skandale schnell an Ansehen in der Öffentlichkeit. Bei den Oberhauswahlen im Juli 2007 musste die LDP eine schwere Niederlage hinnehmen. Nach Abes Rücktritt im September 2007 wurde Yasuo Fukuda (LDP) neuer Ministerpräsident. Vor dem Hintergrund nachlassender Unterstützung seiner Regierung in der Bevölkerung sowie einer sich abschwächenden Konjunktur im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise trat auch Fukuda im September 2008 zurück. Der frühere Außenminister Taro Aso (LDP) übernahm das Amt des Regierungschefs. Nach dem schlechten Abschneiden der LDP bei Kommunalwahlen fanden im August 2009 vorgezogene Parlamentswahlen statt, die zu einer vernichtenden Niederlage der regierenden Liberaldemokraten führten. Die Demokratische Partei mit Yukio Hatoyama an der Spitze errang einen überwältigenden Wahlsieg und beendete damit die jahrzehntelange politische Vorherrschaft der LDP. Hatoyama wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Koalition aus Demokratischer Partei, Sozialdemokraten und Neuer Volkspartei. Im Zusammenhang mit einem Streit über die US-amerikanische Militärbasis auf Okinawa verließen die Sozialdemokraten im Mai 2010 das Regierungsbündnis. Aufgrund dieser Entwicklung und im Zusammenhang mit einer Parteispendenaffäre trat Hatoyama als Partei- und Regierungschef zurück. Sein Nachfolger in beiden Ämtern wurde der bisherige Finanzminister Naoto Kan. Bei den Oberhauswahlen im Juli 2010 verlor die Regierungskoalition die Mehrheit. Innenpolitische Hauptprobleme blieben die anhaltende deflationäre Entwicklung, eine ausufernde Staatsverschuldung sowie eine zunehmende Überalterung der Bevölkerung. Im März 2011 wurde das Land von einer schweren Erdbeben- und Tsunamikatastrophe heimgesucht, die auch zur Havarie des Atomkraftwerks Fukushima führte und damit den bislang schwersten Nuklearunfall in Japan auslöste. Das Katastrophenmanagment der Regierung geriet in die öffentliche Kritik. Ministerpräsident Naoto Kan verlor die Unterstützung seiner Partei und trat am 26. 8. 2011 zurück. Nachfolger als Regierungschef und Vorsitzender der Demokratischen Partei wurde der bisherige Finanzminister Yoshihiko Noda.
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