Lexikon
Kọngo
Die Ära Mobutu
Erster Präsident wurde Joseph Kasavubu. Das Amt des Ministerpräsidenten übernahm Patrice Lumumba. Unmittelbar nach der Unabhängigkeit erklärte sich die reiche Provinz Katanga (das heutige Shaba) für unabhängig. Lumumba rief die Vereinten Nationen zu Hilfe, die Militär entsandten. Im September 1960 wurde Lumumba verhaftet, im Januar 1961 ermordet. 1963 beendeten UN-Truppen gewaltsam die Sezession Katangas. 1965 putschte sich mit westlicher Hilfe General Joseph-Désiré Mobutu an die Macht und übernahm das Präsidentenamt. 1967 erließ er eine neue Verfassung mit zentralistischen Zügen und gründete die Einheitspartei Revolutionäre Volksbewegung (MPR). Im Zuge einer Kampagne für „Eigenständigkeit“ wurde das Land 1971 in Zaire (nach einem alten Namen des Flusses Kongo) umbenannt. Eine Kampagne gegen Relikte aus der kolonialen Vergangenheit, besonders gegen die katholische Kirche, setzte ein, so wurden z. B. sämtliche europäischen Namen durch afrikanische ersetzt. 1977 und 1978 fielen Rebellen von Angola aus in Katanga ein. Sie wurden mit marokkanischer, französischer und belgischer Militärhilfe zurückgeschlagen.
Das diktatorische und korrupte Regime Mobutus geriet seit Ende der 1980er Jahre zunehmend unter außen- und innenpolitischen Druck. Um diesem Druck auszuweichen, ließ Mobutu 1991 zwar ein Mehrparteiensystem zu. Der antidemokratische Charakter seiner Herrschaft änderte sich aber nicht. Im Osten des Landes entwickelte sich 1996 aus den Spannungen zwischen dem einheimischen Tutsivolk der Banyamulenge und den rd. 1,2 Mio. Hutu-Flüchtlingen aus Burundi und Rwanda eine von Laurent-Désiré Kabila geführte Rebellion gegen das Mobutu-Regime. 1997 wurde Mobutu gestürzt. Der neue Machthaber Kabila verfügte die Umbenennung Zaires in Demokratische Republik Kongo.
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