Lexikon
kontinentales Tiefbohrprogramm
in Windischeschenbach (Oberpfalz) auf der „Erbendorfer Linie“ im Rahmen eines Erderkundungsprogramms durchgeführte Tiefbohrung, die der Erforschung eines für Mitteleuropa und die USA typischen Erdkrustenprofils dient. Der ausgewählte Standort liegt im Spannungsfeld der Kontinentalplatten Afrika, Asien und Amerika an einer Nahtstelle dieses Plattenmosaiks. Eine bis Mitte 1989 durchgeführte Vorbohrung, die eine Tiefe von 4000 m erreichte, brachte bereits überraschende Ergebnisse: Ab 3200 m Tiefe traten zunehmend hochkonzentrierte Salzlösungen und Gase wie Methan und Helium aus offenen Klüften im Gestein aus, die Temperatur nahm mit steigender Tiefe erheblich schneller zu als erwartet (je 1000 m um 30 °C statt der angenommenen 20 °C). Die Hauptbohrung (Kontinentale Tiefbohrung; KTB) wurde im Herbst 1990 begonnen und im Oktober 1994 bei einer Tiefe von 9103 m abgeschlossen. Ähnliche Bohrungen werden von Russland bei Murmansk, im Ural, in Frankreich und in den USA betrieben. Sie stehen im Zusammenhang mit dem internationalen Projekt Geotraverse und Programmen wie Deep Sea Drilling Project.
Wissenschaft
Wärme aus der Tiefe
Mit der Geothermie ließe sich ein großer Teil der aktuellen Energieprobleme lösen. Doch bislang wird die Wärmequelle im Untergrund kaum genutzt. Was sind die Gründe? von HARTMUT NETZ Die Freude war groß am 27. September 2004, als am Bohrplatz von Unterhaching aus 3346 Meter Tiefe eine 122 Grad Celsius heiße Wasserfontäne in die...
Wissenschaft
Vertikale Rotoren im Aufwind
Windkraftanlagen, deren Rotoren sich um eine senkrechte Achse drehen, bieten etliche Vorteile. Doch tückische Strömungen haben ihren Erfolg bisher vereitelt. Eine neue Technik soll das nun ändern. von CHRISTIAN BERNHART Patrick Richter hatte viele Argumente auf seiner Seite, als ein Fernsehteam des Magazins Spiegel TV im August...