Lexikon
Krebs
Medizin
Ursachen
Für die beschriebenen Gendefekte, die zur Krebsentstehung führen, sind Mutationen verantwortlich, die die Erbsubstanz in einer Zelle verändern. Solche Mutationen können ohne äußere Ursache bei der normalen Zellteilung auftreten, werden aber in weit größerem Umfang durch verschiedene äußere Einflüsse ausgelöst, die aufgrund ihrer krebserzeugenden Wirkung als Kanzerogene bezeichnet werden. Es lassen sich im Wesentlichen drei Gruppen von Kanzerogenen unterscheiden: 1. chemische Substanzen, 2. Viren und 3. Strahlen, wobei den chemischen Substanzen die größte Bedeutung zukommt.
Das wichtigste chemische Kanzerogen ist der Tabakrauch, in dem eine Vielzahl chemischer Einzelverbindungen enthalten ist, von denen etliche nachweisbar Krebs erzeugen, vor allem Lungenkrebs. Besonders gefährlich ist die Verbindung von Tabakrauch und Alkohol, die für die meisten Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes und der Speiseröhre verantwortlich gemacht wird. Aber auch Lebensmittel können starke Kanzerogene enthalten, etwa Schimmelpilzgifte (Aflatoxine). Die Ernährungsweise scheint überhaupt in manchen Fällen zur Entstehung von Krebs, etwa Darmkrebs, beizutragen, insbesondere eine zu fette und ballaststoffarme Ernährung.
Beispiele für virale Kanzerogene sind Hepatitis B- und C-Viren, die Leberkrebs verursachen können, sowie Papillomaviren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen.
Als kanzerogene Strahlen wirken UV-Strahlen, die Hautkrebs, u. a. das maligne Melanom, hervorrufen können, sowie Röntgenstrahlen und radioaktive Strahlen.
In einigen Fällen tritt Krebs familiär gehäuft auf, d. h., die Veranlagung, an diesem Krebs zu erkranken, wird vererbt, nicht der Krebs selbst. Dies gilt für den Dickdarmkrebs und für einige Formen von Brustkrebs. Der Einfluss psychischer Faktoren wird hingegen nach wissenschaftlicher Auffassung häufig überschätzt.
Das derzeit gültige Modell der Krebsentstehung geht nicht davon aus, dass eine Mutation in einer Zelle schon Krebs verursacht. Vielmehr dauert es viele Jahre bis Jahrzehnte, in denen sich verschiedene Mutationen in einem Zellklon anhäufen, die die Teilungsrate der betroffenen Zellen immer mehr erhöhen, bis daraus schließlich die erste Krebszelle hervorgeht, die nun zu ungebremstem Wachstum fähig ist.
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