Lexikon

Maltechnik

in der Malerei die Art der handwerklich-technischen Ausführung eines Bildes, die dessen künstlerische Wirkung bestimmt, beim Staffeleibild vor allem die Festlegung des Formats, das Bearbeiten des Malgrunds (Grundierung) sowie Wahl und Auftrag der Farben. Die als Bildträger vorgesehene Fläche zwingt je nach Größe und Material zur Anwendung solcher Farben, die in möglichst dauerhafter Verbindung mit dem Malgrund und in Übereinstimmung mit den künstlerischen Absichten ihre natürliche Leuchtkraft voll entfalten. Wichtig ist die Entscheidung, ob Lasurfarben (durchscheinende Farben) oder Deckfarben verwendet werden sollen.
Die älteste Maltechnik ist die Wandmalerei, deren Entwicklung mit den steinzeitlichen Felsbildern beginnt und mehrere, nach Ausführungsart und ästhetischer Wirkung unterschiedene Sonderformen hervorbrachte, darunter das Fresko, bei dem die Farbe auf den noch feuchten Putz aufgetragen wird, und die Secco-Malerei, die mit trockenem Untergrund arbeitet. Als meist großformatige, raumdekorierende Flächenkunst ist die Wandmalerei eng mit dem Mosaik und dem Sgraffito verwandt; ihre Höhepunkte liegen in der ägyptischen, etruskischen und byzantinischen Kunst, in Romanik, Renaissance und Barock.
Die Ölmalerei, ursprünglich zum Bemalen von Holzplastiken angewendet, löste im 15. Jahrhundert in der Tafelmalerei die ältere Temperamalerei ab. Bei den Gouachefarben (Gouachemalerei) handelt es sich um deckende Aquarellfarben, die nach dem Auftrag in ihrer glanzlosen, leicht spröden Wirkung den Kreiden der Pastellmalerei ähneln. Beide Maltechniken sind jüngere, meist auf Papier, Pergament oder Karton ausgeführte Verfahren, ebenso die im 18. und 19. Jahrhundert vor allem in England gepflegte, jedoch schon in der Renaissance (A. Dürer) angewandte Aquarellmalerei. Die Glasmalerei wurde in Romanik, Gotik und Renaissance zu hoher Blüte entwickelt.
Wichtigste Malwerkzeuge sind neben Pinsel und Farben Staffelei, Palette, Malstock, Spachtel, Palettenmesser und Spritzpistole.
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