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LEXIKON

Nationalsmus

Weltanschauung oder Ideologie, die die Nation oder den Nationalstaat in den Mittelpunkt stellt; besonders nach der Französischen Revolution ausgebildet. Der Nationalismus legitimiert sich häufig durch Berufung auf ein Sendungsbewusstsein, mit dem eine Nation ihre Selbsteinschätzung hebt. Häufig bedient der Nationalismus sich auch übernationaler völkischer Ideologien (z. B. im Panslawismus). Im Nationalsozialismus verband der Nationalismus sich mit einem übersteigerten volksgeschichtlichen Denken und einem vorgeblich biologischen Rassenbegriff.
Der Nationalismus hat zwar das nationalstaatliche Europa des 19. und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgebaut, andererseits führte die zu einseitige und rücksichtslose Verfechtung nationalegoistischer Interessen zur Missachtung der legitimen Interessen und prinzipieller Rechte anderer Völker. Die Erfahrungen zweier Weltkriege führten in Europa zu dem Bestreben nach politischer Vereinheitlichung durch nationalen Interessenausgleich als Voraussetzung für den Abbau nationalistischer Zielsetzungen (z. B. durch die EU). In der Dritten Welt spielte der Nationalismus vor allem in der Phase der Entkolonialisierung eine identitätsstiftende Rolle. Die politischen Umwälzungen in Osteuropa nach dem Ende der kommunistischen Regime seit 1989 führten dort teilweise zu einer Neubelebung des Nationalismus.
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