Lexikon
Nịger
Entwicklung seit der Unabhängigkeit
1960 konnte die Unabhängigkeit proklamiert werden. Der erste Staatspräsident Hamani Diori wurde 1974 durch einen Militärputsch unter Führung von Seyni Kountché gestürzt. Nach Kountchés Tod 1987 wurde Ali Seybou Präsident. Er leitete zu Beginn der 1990er Jahre eine Demokratisierung ein. 1993 fanden erstmals freie Wahlen statt, aus denen Mahamane Ousmane als Sieger hervorging. Der 1990 ausgebrochene Konflikt mit den Tuareg konnte erst nach langwierigen Verhandlungen beigelegt werden. 1996 kam es zum Militärputsch durch Ibrahim Baré Maïnassara, der 1999 bei einem neuerlichen Staatsstreich ermordet wurde. Nachdem die Bevölkerung im selben Jahr für eine demokratische Verfassung votiert hatte, fanden Präsidentschaftswahlen statt, die Mamadou Tandja (MNSD) gewann. Er wurde 2004 im Amt bestätigt. Seit 2007 kam es im Norden des Landes zu militärischen Auseinandersetzungen mit aufständischen Tuareg. Nach innenpolitischen Auseinandersetzungen über einen Verfassungsentwurf zur Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten und der Erweiterung seiner Befugnisse löste Tandja 2009 Nationalversammlung und Verfassungsgericht auf und regierte per Dekret. In einem von Manipulationsvorwürfen begleiteten Referendum billigte die Bevölkerung im August 2009 den umstrittenen Verfassungsentwurf. Im Februar 2010 wurde Tandja vom Militär gestürzt. Ein »Oberster Rat für die Wiederherstellung der Demokratie« (CSRD) ernannte eine Übergangsregierung. Am 31. 10. 2010 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum für die Annahme einer neuen Verfassung. Am 12. 3. 2011 konnte sich Mahamadou Issoufou (* 1952), Kandidat des PNDS, in der Stichwahl für das Präsidentenamt gegen den MNSD-Politiker Seyni Oumarou (* 1950) durchsetzen. Der PNDS gewann auch die Parlamentswahlen.
- Einleitung
- Natur und Klima
- Bevölkerung
- Staat und Politik
- Wirtschaft und Verkehr
- Geschichte
- Vor der Unabhängigkeit
- Entwicklung seit der Unabhängigkeit
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