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LEXIKON

Priester

[
griechisch presbyteros, „der Ältere, Vorsteher“
]
in den Religionen die durch besondere Kraft (Charisma, Mana) begabten Vermittler zwischen Gott und Mensch, in deren Händen die Ausübung des Kultus (Opfer, Gebet) und die Weitergabe der Lehre liegen. Das Priestertum kann im Stand des Häuptlings oder Königs oder des Familienvaters begründet sein; es kann erblich sein oder verliehen werden (durch Salbung, Weihe, Reinigung). Oft sind die Priester die ersten Kulturträger als Ärzte, Rechtswahrer, Überlieferer der Gelehrsamkeit. Die Vielfalt priesterlicher Funktionen führte in den entwickelteren Religionen zu einem hierarchischen Stufenbau des Priestertums mit einem Hohenpriester an der Spitze.
In der katholischen Kirche ist der Priester ein Kleriker mit sakramentaler Priesterweihe, zur Teilnahme am Priestertum Christi und an der Sendung der Bischöfe berufen; dreifaches Amt: Verkünder des Wortes Gottes, Spender der Sakramente und Hirte seiner Gemeinde.
In den evangelischen Kirchen gilt die Überzeugung, dass alle getauften Christen gemeinsam das priesterliche Volk Gottes sind und als Priester im Glauben unmittelbar Zugang zu Gott haben („allgemeines Priestertum“).
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