Lexikon
Reformatiọn
Kirchengeschichte
Entwicklung in Deutschland
Zwar erwuchsen der lutherischen Bewegung durch Schwärmertum und Wiedertäufer sowie durch die Bauernaufstände Schwierigkeiten. Doch in dem Jahrzehnt zwischen 1520 und 1530 festigte sich die Reformation. Die Fürsten und Städte erließen Kirchenordnungen, die Wittenberger Universität wurde durch P. Melanchthon zum Mittelpunkt und Vorbild des Studienwesens ausgebaut. Das Augsburgische Bekenntnis („Confessio Augustana“) 1530 stellte das Glaubensgut der 1529 gegen Mehrheitsbeschlüsse in religiösen Fragen Protestierenden fest. Die protestantischen Stände schlossen sich 1531 im Schmalkaldischen Bund zusammen. Kaiser Karl V. musste 1532 im Nürnberger Religionsfrieden den Protestanten Religionsfreiheit zugestehen. Weder unzureichende Reformversuche der katholischen Kirche noch das zu spät berufene Trienter Konzil noch Religionsgespräche vermochten die Einheit wiederherzustellen; auch das Augsburger Interim von 1548 mit seinen vorsichtigen Rekatholisierungsbestrebungen erreichte dieses Ziel nicht. Der Abfall Moritz’ von Sachsen erzwang 1552 die Aussetzung des Interims. Im Augsburger Religionsfrieden von 1555 musste der Kaiser schließlich den Landesherren das Recht der Konfessionswahl sowie der Aufrichtung von Glaubens- und Kirchenordnungen überlassen. Um 1561 war Deutschland zu 4/5 protestantisch. Doch gelang der katholischen Kirche in den folgenden Jahrzehnten die Rückgewinnung mancher Gebiete (Gegenreformation). Im Westfälischen Frieden 1648 wurde der Bestand der Konfessionen garantiert, so dass in den einzelnen deutschen Territorien voneinander unabhängige Landeskirchen entstanden.
- Einleitung
- Wurzeln der Reformation
- Luther als zentrale Gestalt
- Entwicklung in Deutschland
- Ausbreitung in Europa
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