Lexikon

Romạnik

Baukunst

Romanik: Bauwerke
Romanische Baukunst (Auswahl)
LandOrtBauwerk
DeutschlandBonnDoppelkapelle Schwarzrheindorf, geweiht 1151
FreckenhorstEhemalige Stiftskirche St. Bonifatius, geweiht 1129
HildesheimSt. Godehard, 1133–1190
KölnSt. Aposteln, 1192–1240
St. Maria im Kapitol, geweiht 1065
St. Pantaleon, romanische Seitenschiffe, um 1150
St. Gereon, Chor und Krypta, 11. und 12. Jh.
KönigslutterEhemalige Benediktinerabteikirche St. Peter und Paul, 1135–1170
LimburgDom, ehemalige Stifts- und Pfarrkirche
St. Georg und Nikolaus, geweiht 1235
MainzDom St. Martin und St. Stephan, geweiht 1239
Maria LaachAbteikirche, gegründet 1093
PaderbornDom St. Maria, St. Liborius und St. Kilian, 11.–14. Jh.
SoestSt. Patrokli, geweiht 1166
SpeyerKaiserdom St. Maria und St. Stephan, ab 1030
WormsDom St. Peter, ab 1130
FrankreichArlesSt. Trophime, begonnen 1120
AutunKathedrale St. Lazare, 12. Jh.
Clermont-FerrandBasilika Notre-Dame-du-Port, 12. Jh.
ConquesSte. Foy, 11.–12. Jh.
Fontenay-le-ComteAbteikirche, geweiht 1147
NeversSt. Etienne, 1063–1097
PérigueuxKathedrale St. Front, seit 1120
PoitiersNotre-Dame-la-Grande, 11./12. Jh.
Le PuyKathedrale Notre-Dame, 12. Jh.
St.-Benoît-sur-LoireAbteikirche, 1067–1108
St.-Savin-sur- GartempeAbteikirche, begonnen um 1080
TournusSt. Philibert, ab 1007
VézelaySte. Madeleine, um 1140
ItalienFlorenzBaptisterium S. Giovanni, geweiht 1059 oder 1061
MailandSant' Ambrogio, ab 2. Viertel 12. Jh.
MantuaRotonda di S. Lorenzo, Ende 11. Jh.
ModenaDom, begonnen 1099
ParmaDom, 12. Jh.
PiacenzaDom, begonnen 1122
PisaDom, begonnen 1063
VeronaSan Zeno Maggiore, 1123–1135
SchweizBaselMünster, vollendet um 1225
SpanienSalamancaAlte Kathedrale, 12. Jh.
Santiago de CompostelaKathedrale, begonnen 11. Jh.
Die Basilika ist die typische Bauform der Romanik. Der antike Bautyp einer dreischiffigen Halle mit erhöhtem und im Obergaden direkt belichtetem Mittelschiff wurde zur wichtigsten Bauform für Sakralbauten und sollte dies auch in der Gotik bleiben. Die beiden Kurzseiten der Gebäudes wurden nun meist im Westen durch eine Fassade mit Türmen und im Osten meist durch ein Querhaus sowie einen Chor aus räumlich gestaffelten Bauteilen oder aber an beiden Enden durch zwei solcher Querhaus-/Choranlagen erweitert. Ein frühes Beispiel dieses Bautyps ist die ottonische Michaelskirche in Hildesheim (ab ca. 1000), mit zwei Chören, zwei Querschiffen und zwei Apsiden. Das Mittelschiff des Langhauses besteht aus der Abfolge dreier quadratischer Räume (Joche), die durch rechteckige Pfeiler definiert werden. Zwischen diesen Pfeilern bilden je zwei Säulen mit den frühesten datierbaren und für die Romanik typischen Würfelkapitellen die Arkaden zum Seitenschiff aus, so dass insgesamt ein sog. doppelter Stützenwechsel im Rhythmus abbabbabba entsteht. Die äußersten Pfeiler des Langhauses bilden an beiden Seiten den Auftakt zur sog. Vierung, dem Raum, in dem sich Lang- und Querhaus durchdringen; diese ist durch eingestellte Triumphbogen von den übrigen Raumteilen abgegrenzt. Hinter der Vierung schließen sich ein Chorjoch und die Apsis an.
Die Raumfolge Apsis-Chorjoch-Vierung ist in der Romanik üblicherweise am Außenbau durch eine Höhenstaffelung zur Vierung hin erkennbar und kann durch Flankentürme wie am Dom zu Speyer noch weiter bereichert werden. Beim Umbau dieses Domes (ab 1080) – einem der frühen Bauten der Hochromanik – wurde erstmals auch das breite Mittelschiff mit Kreuzgratgewölben überfangen. Hier entspricht im einfachen Stützenwechsel (ababababababa) je ein Mittelschiffsjoch zwei Seitenschiffsjochen, woraus das „gebundene System“ wie im Wormser Dom (1125) entstehen sollte. Die hoch aufragenden Joche von Vierung, Mittelschiff, Querhaus und Chor haben die Grundfläche von vier Seitenschiffsjochen – eine grundlegende Systematisierung auch für die folgende Gotik. Auch die Wände wurden nun, diese Systematik aufgreifend, stark strukturell gegliedert. Ein typisches Element der rheinischen Romanik ist die Zwerggalerie am Außenbau.
In der Spätromanik sollten die strukturellen Dekorationen noch durch eine rein ästhetische Motivvielfalt und durch die Übernahme gotischer Einzelmotive aus Frankreich (sog. „Übergangsstil“) ergänzt werden, so dass eine äußerst lebendige Formenvielfalt entstand. Im Gegensatz hierzu stehen die Hirsauer Bauschule und die Zisterzienserarchitektur, die einfache, wenig geschmückte Bauten zu errichten suchten.
  1. Einleitung
  2. Baukunst
  3. Großplastik
  4. Kleinplastik und Kunstgewerbe
  5. Malerei und Mosaik
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