Lexikon
Romạnik
Großplastik
Zwar entstanden bereits in ottonischer Zeit die ersten Großplastiken des Mittelalters (Gero-Kreuz, Köln, 969–976), doch gelang es erst in der Romanik, diese wieder in Stein umzusetzen. Zumeist geschah dies in Form von Bauskulptur, insbesondere an Kapitellen und prächtigen Portalanlagen. Neben den im Frühmittelalter noch schmucklosen oder ornamentalen Kapitellen (Kaiserpfalz Aachen, vor 800; Afrakapelle Speyer, 1106) gibt es figürlich angereicherte, mit theologischen aber auch profanen Szenen und oft umfangreichen Bestiarien. In den Tympana und den Säulenportalen (Santiago de Compostela 1188; Vézelay 1135–1140) wurde das Weltbild – häufig das jüngste Gericht – in strengen linearen Figuren ausgebildet. Raum wird kaum dargestellt, die Figuren wurden ganz an den architektonischen Kontext gebunden oder nach inhaltlichen Gesichtspunkten einem geometrischen System untergeordnet. Auch innerhalb der Einzelfigur sind deren Bestandteile oftmals eigenständige lineare Gebilde ohne einen übergreifenden Körper auszubilden. In Deutschland blieb der erzählende Zyklus (Heiliges Grab Gernrode, Anfang 12. Jahrhundert; Bamberger Figuren) zugunsten des Einzeldenkmals (Braunschweiger Löwe, 1166) hinter den französischen Beispielen zurück.
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