Lexikon
Russland
West-Ost-Gefälle beim Verkehr
Der europäische Teil Russlands ist verkehrsmäßig gut erschlossen, in weiten Teilen Nord- und Ostsibiriens ist das Netz aber sehr dünn. Wichtigster Verkehrsträger ist die Eisenbahn. Ihr Streckennetz hat seine größte Dichte im Südwesten sowie im mittleren europäischen Raum und in den Bergbau- und Industrieregionen des Ural. Die ab 1916 durchgehend befahrbare, 9302 km lange Transsibirische Eisenbahn (von Moskau bis Wladiwostok) ist die einzige Bahnverbindung vom europäischen Teil in den Fernen Osten. In Ostsibirien und im Fernen Osten ist seit 1984 eine nördliche Parallelstrecke, die Baikal-Amur-Magistrale, in Betrieb. Das Straßennetz ist zu etwa zwei Dritteln befestigt und auf Moskau ausgerichtet. In Sibirien behindern der Dauerfrostboden und die weiträumige Versumpfung im Frühjahr den Ausbau des Straßennetzes. 2004 wurde eine z. T. asphaltierte, rund 11 000 km lange Straßenverbindung zwischen Moskau und Chabarowsk im Fernen Osten für den Verkehr freigegeben.
Im europäischen Russland bringt ein gut ausgebautes Kanalsystem der Binnenschifffahrt große Vorteile im Güterfrachtverkehr. Wichtigste Wasserstraße ist die Wolga, die über Kanäle Verbindung zur Ostsee, dem Weißen, Asowschen und Schwarzen Meer hat. Die größten Binnenhäfen sind Sankt Petersburg, Astrachan und Archangelsk. Nur wenige der rund 50 russischen Seehäfen sind das ganze Jahr über eisfrei. Der Überseeverkehr wird zum Teil über Schwarzmeerhäfen abgewickelt. In Sibirien sind die großen Ströme, die aber im Unterlauf nur wenige Monate eisfrei sind, und die Fluglinien von besonderer Bedeutung. Zentrum des Flugverkehrs ist Moskau, das allein über vier Zivilflughäfen verfügt.
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