Lexikon
Russland
Vom Petersburger Imperium zur Oktoberrevolution
Peter der Große (1682–1725) modernisierte das Land im Innern und machte es zur europäischen Großmacht. 1703 wurde die neue Hauptstadt Petersburg gegründet. Kaiserin Katharina II. (1762–1796) gewann das Küstenland des Schwarzen Meeres bis zum Dnjestr. Die Teilungen Polens (1772, 1793 und 1795) schoben die Grenzen Russlands bis nach Mitteleuropa vor.
Die führende Rolle Russlands beim Sieg über Napoleon I. 1813–1815 machte es unter Alexander I. zur kontinentalen Hegemonialmacht. Durch die Eroberung Finnlands 1809 und den Erwerb des größten Teils von Polen auf dem Wiener Kongress 1815 fand die russische Expansion nach Westen zunächst ihren Abschluss. Nachdem Russland 1812 Bessarabien und 1829 das Donaudelta erworben hatte, setzten Frankreich und Großbritannien im Krim-Krieg (1853–1856) einem weiteren Vordringen ein Ende. Das russische Expansionsstreben verlagerte sich nach dem Fernen Osten, wo es erst durch den japanisch-russischen Krieg (1904/05) gestoppt wurde, und nach Zentralasien.
Die Ablehnung (1890) der Verlängerung des Rückversicherungsvertrags von 1887 durch das Deutsche Reich führte zur Neuorientierung der russischen Außenpolitik und zur Bindung an Frankreich. Im Innern hatte sich nach dem Krimkrieg zunächst eine liberale Politik durchgesetzt, die unter Alexander III. (1881–1894) und Nikolaus II. (1894–1917) aber zunehmend ins Reaktionäre umschlug, was schließlich in die Revolution von 1905/06 mündete, die die Berufung einer Volksvertretung (Duma) erzwang. Die Unterstützung Serbiens zog das Russische Reich in den 1. Weltkrieg. Nach schweren Niederlagen gegen die deutschen Truppen kam es zur Februar-Revolution von 1917. Nikolaus II. wurde zur Abdankung gezwungen. Die unentschlossene Politik der neu gebildeten Provisorischen Regierung unter Alexander Kerenskij nutzten die von Lenin geführten Bolschewiki, um mit der Oktoberrevolution die Macht an sich zu reißen. Sie beendeten im März 1918 mit dem Frieden von Brest-Litowsk den Krieg mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Russland wurde zur Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (Verfassung vom 10. 7. 1918) erklärt, die sich im anschließenden Bürgerkrieg gegen die antikommunistischen Kräfte („Weiße“) behaupten konnte.
- Einleitung
- Natur und Klima
- Bevölkerung
- Bildung
- Staat und Politik
- Wirtschaft und Verkehr
- Geschichte
- Kiewer Rus und Moskauer Reich
- Vom Petersburger Imperium zur Oktoberrevolution
- Die UdSSR (1922–1991)
- Die Russische Föderation
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