Lexikon
Russland
Große und kleine Völker
Mehr als 150 verschiedene Völker leben in Russland; den Hauptanteil stellen Slawen, in erster Linie die staatstragenden Russen mit 79,8%, gefolgt von Ukrainern und Weißrussen. Turksprachige Völker bilden die zweitgrößte Gruppe. Zu den Turkvölkern zählen Tataren, Baschkiren, Tschuwaschen, Usbeken, Kasachen, Kirgisen und Jakuten. Im europäischen Teil Russlands siedeln finnougrische Völker (Mordwinen, Karelier, Komi, Udmurten u. a.). Eine Vielzahl meist kleinerer Völker lebt im Kaukasus, vor allem die nach Unabhängigkeit strebenden Tschetschenen. Auch Sibirien ist die Heimat vieler Völker, darunter altsibirische Völker wie die noch etwa 1400 Itelmen im äußersten Nordosten. Der Anteil der Deutschen (0,41%) ist stark rückläufig. Die meisten sind Nachfahren von im 18. Jahrhundert eingewanderten Siedlern, die den kaum bewohnten Süden, etwa an der unteren Wolga, kultivieren sollten. Fast die Hälfte von ihnen wurde nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion nach Sibirien oder Mittelasien verschleppt. Nach 1990 kam es zu einem Exodus der Russlanddeutschen nach Deutschland.
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