Lexikon
Russland
Kiewer Rus und Moskauer Reich
Slawen drangen vom 7. bis 9. Jahrhundert siedelnd in die Gebiete des Dnjepr, der Düna, der oberen Oka und der oberen Wolga vor. Durch die Zentralisierung normannischer Herrschaften unter Oleg entstand das Kiewer Reich (882–1169), das 988 unter Wladimir dem Heiligen das Christentum orthodox-byzantinischer Prägung übernahm. Nach dem Zerfall dieses Reiches bildeten sich in Russland drei politische Zentren: 1. im Südwesten das Fürstentum Halitsch-Wolynien, das 1340 an Polen fiel; 2. im Nordwesten Groß-Nowgorod, das erst 1478 von Moskau unterworfen wurde; 3. im Nordosten stieg das Fürstentum Wladimir-Susdal zwischen Oka und oberer Wolga schnell auf, fiel aber 1238 an die Mongolen. Selbst Alexander Newskij, der 1242 den vordringenden Deutschen Orden abgewehrt hatte, blieb als Großfürst von Nowgorod (1252–1263) nichts übrig, als durch eine Politik der Willfährigkeit gegenüber den Mongolen eine gewisse Eigenständigkeit des Landes zu erkaufen.
Schon während der Mongolenherrschaft kristallisierte sich die politische Macht in Russland um das Teilfürstentum Moskau. Hier konnte nach dem Ende der mongolischen Hegemonie Iwan III. (1462 bis 1505) einen starken Einheitsstaat schaffen, den Iwan IV., der Schreckliche, mit der Zarenkrönung 1547 und der russischen Ostexpansion weiter stärkte. Das Erlöschen der Rjurik-Dynastie 1598 führte in die „Zeit der Wirren“, die mit der Thronbesteigung des Hauses Romanow 1613 endete.
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