Lexikon
Russland
Erstarkende Religionen
Verlässliche Angaben über die Religionszugehörigkeit fehlen. Nach der jahrzehntelangen staatlichen Unterdrückung in sowjetischer Zeit garantiert die neue russische Verfassung die Religionsfreiheit. Die russisch-orthodoxe Kirche ist die weitaus einflussreichste Glaubensgemeinschaft, zu der sich rund 75 Mio. Einwohner bekennen. Die Zahl der Katholiken wird auf 800 000 geschätzt.
Während Anfang des 20. Jahrhunderts fast die Hälfte der rund 16 Mio. Menschen zählenden jüdischen Weltbevölkerung auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion lebte, hat sich ihre Zahl durch den Holocaust und die Emigration nach Israel auf heute etwa 230 000 verringert. Bei einigen kleinen sibirischen Völkern hat sich der schamanistische Glaube erhalten und erlebt eine gewisse Renaissance. Zum Islam, der zweitgrößten Religion in Russland, bekennen sich rund 20 Mio. Menschen (mit zunehmender Tendenz). Vor allem die Völker im Nordkaukasus (Tschetschenen u. a.) und an der mittleren Wolga (Tataren, Tschuwaschen und Baschkiren) sind Muslime überwiegend sunnitischer Richtung.
Rund 50 Mio. Russen gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Einen regen Zulauf erleben dagegen kleine, z. T. sektenähnliche neue Glaubensgemeinschaften.
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