Lexikon

Sozildemokratische Partei Österreichs

politische Partei in Österreich.
Unter Führung V. Adlers wurde 1888/89 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs (SPÖ) gegründet, die nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts (1907) stärkste Partei im Reichsrat wurde. Nach dem Ende der Habsburger-Monarchie war die SPÖ erneut stärkste Partei und besetzte mit K. Renner (Staatskanzler) und K. Seitz (Präsident der Nationalversammlung und gleichzeitig vorläufiges Staatsoberhaupt) die ersten Staatsämter; 1920 schied sie jedoch als Regierungspartei aus. Der im Linzer Programm von 1926 sich manifestierende Austromarxismus verhinderte zwar die Entstehung einer ernst zu nehmenden kommunistischen Partei, führte jedoch mit zu den blutigen Arbeiterunruhen am 15. 7. 1927. Durch die ständisch-autoritäre Politik der Regierung Dollfuß provoziert (Ausschaltung des Parlaments), kam es zum „Februar-Aufstand“ 1934, der niedergeschlagen wurde und zum Verbot der SPÖ führte.
1945 wurde die Partei durch Renner als Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) neu gegründet. 1991 erfolgte die Rückbenennung in Sozialdemokratische Partei Österreichs. Die SPÖ gehörte als zweitstärkste Partei bis 1966 der gemeinsam mit der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) gestellten „schwarz-roten“ großen Koalition an. Danach blieb die SPÖ bis 1970 in der Opposition. 19702000 stellte sie den Bundeskanzler (B. Kreisky 19701983, F. Sinowatz 19831986, F. Vranitzky 19861997, V. Klima 19972000). 19701983 regierte die SPÖ alleine, 19831987 mit der FPÖ, 19872000 wieder mit der ÖVP. Nach dem Sieg bei den Nationalratswahlen 2006 kehrte die SPÖ in die Regierungsverantwortung zurück. Mit A. Gusenbauer als Kanzler bildete sie 2007 erneut eine große Koalition mit der ÖVP. Bei den vorgezogenen Nationalratswahlen 2008 musste die Partei starke Verluste hinnehmen. Sie gewann 29,3% der Stimmen und 57 Mandate. Der SPÖ-Vorsitzende Werner Faymann setzte als Bundeskanzler die Koalition mit der ÖVP fort.
Die SPÖ stellte 19451986 mit ihren Kandidaten K. Renner, T. Körner, A. Schärf, F. Jonas und R. Kirchschläger alle Präsidenten der Republik. 2004 wurde der SPÖ-Kandidat H. Fischer zum Präsidenten gewählt.
Bei den weiß eingezeichneten Oberflächenströmungen ist der Golfstrom erkennbar.
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