Lexikon
Türkei
Niedergang
Die Niederlage der türkischen Flotte gegen die Venezianer und Spanier bei Lepanto beendete 1571 die Vorherrschaft im Mittelmeer. Im Innern begannen Korruption und Ämterkauf extreme Ausmaße anzunehmen. Der außenpolitische Niedergang manifestierte sich in der Niederlage bei der zweiten erfolglosen Belagerung Wiens 1683 und im Frieden von Karlowitz 1699, in dem Mustafa II. (1695–1703) Teile Ungarns und Siebenbürgen an Österreich, Podolien an Polen, und einen Teil des Peloponnes an Venedig abtreten musste. Hauptgegner des Osmanischen Reiches wurde neben Österreich nun Russland. Im Frieden von Kütschük Kainardschi nach dem russisch-türkischen Krieg 1768–1774 erreichte es bedeutende Gebietsgewinne, u. a. die Region zwischen Bug und Dnjepr.
Im 19. Jahrhundert lähmten die ausbleibende Industrialisierung sowie Bürokratisierung und Feudalisierung das Osmanische Reich und stärkten den Einfluss der europäischen Großmächte. 1827 erkämpfte sich Griechenland die Unabhängigkeit. Nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/78 und dem anschließenden Berliner Kongress 1878 erhielten Rumänien, Serbien und Montenegro die volle Unabhängigkeit. Österreich-Ungarn okkupierte Bosnien-Herzegowina. Das Osmanische Reich war endgültig zum „kranken Mann“ am Bosporus geworden.
1909 setzten die revolutionären Jungtürken den Sultan ab. In den Balkankriegen 1912/13 gingen alle europäischen Gebiete verloren (außer Istanbul und Adrianopel). Im 1. Weltkrieg kämpfte die Türkei auf deutsch-österreichischer Seite. Die bereits Ende des 19. Jahrhunderts einsetzende Verfolgung der armenischen Bevölkerung gipfelte 1915/16 in Deportationen und Massenmorden, die über 1 Million Opfer forderten. 1917/18 besetzten britische Truppen Palästina und Syrien, die Griechen 1918 Smyrna (Izmir).
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