Lexikon

Urteile über Napoleon

Urteile über Napoleon
Die Person Napoleon Bonaparte wird von den Zeitgenossen wie von der Nachwelt durchaus unterschiedlich beurteilt. Einige heben seine Leistungen bei der Verbreitung der Ideale der Französischen Revolution über Europa hervor, andere sehen in ihm einen genialen, gleichwohl aber rücksichtslosen Eroberer und Unterdrücker fremder Völker und Staaten. Der deutsche Dichter Ernst Moritz Arndt brachte diese Ambivalenz der Urteile zwischen Hass und Faszination bereits 1806 in einer antinapoleonischen Schrift zum Ausdruck:

Man darf den Fürchterlichen so leicht nicht richten, als es die meisten tun, in Hass und Liebe ... Er trägt das Gepräge eines außerordentlichen Menschen, eines erhabenen Ungeheuers, das noch ungeheurer scheint, weil es über und unter Menschen herrscht und wirkt, welchen es nicht angehört. Bewunderung und Furcht ... kann man auch Bonaparte nicht versagen."

Die preußische Königin Luise ahnt 1808 den Untergang des Kaisers der Franzosen voraus:
"Er und sein unangemessener Ehrgeiz meint nur sich selbst und sein persönliches Interesse ... Er ist von seinem Glücke geblendet, und er meint, alles zu vermögen. Dabei ist er ohne alle Mäßigung, und wer nicht Maß halten kann, verliert das Gleichgewicht."
Als Inkarnation des Bösen stellt der Schriftsteller François Réne Vicomte de Chateaubriand Napoleon Bonaparte 1814 dar:
"Bonaparte ist auf falsche Art und Weise ein großer Mann. Die Großzügigkeit, welche die wahren Helden und Könige auszeichnet, fehlt ihm. Die Natur schuf ihn ohne Liebe und Mitleid ... Geboren, um zu zerstören, trägt Bonaparte das Böse so natürlich in sich wie eine Mutter ihr Kind, mit Freuden und einem gewissen Stolz."
Eine nahezu gottgleiche Person sieht Johann Wolfgang von Goethe im Krieger-Kaiser 1828:
"Da war Napoleon ein Kerl! Immer erleuchtet, immer klar und entschieden, und zu jeder Stunde mit der hinreichenden Energie begabt, um das, was er als vorteilhaft und notwendig erkannt hatte, sogleich ins Werk zu setzen. Sein Leben war das Schreiten eines Halbgottes von Schlacht zu Schlacht, von Sieg zu Sieg. Von ihm könnte man sehr wohl sagen, dass er sich in dem Zustande einer fortwährenden Erleuchtung befunden; weshalb auch sein Geschick ein so glänzendes war, wie es die Welt vor ihm nicht sah und vielleicht auch nach ihm nicht sehen wird."
Der Dichter Victor Hugo verteidigt 1841 die Anhängerschaft der Franzosen an ihren Kaiser:
"Dieser Mann war ein Stern seines Volkes und dann seine Sonne geworden. Es war kein Verbrechen, sich von ihr blenden zu lassen."
Nahaufnahme einer Biene auf Wabenoberfläche.
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