Wahrig Synonymwörterbuch

Zwang

  1. Druck, Nötigung, Gewalt, Vergewaltigung, Pression, Bedrängung, Muss, Fessel, Kette, Unterdrückung, Unfreiheit, Knechtschaft, Sklaverei
  2. Erfordernis, Pflicht, Gebot, Unerlässlichkeit, Unabwendbarkeit, zwingende Notwendigkeit, Verpflichtung
  3. seelische Belastung, Hemmung, Zwangsvorstellung, Obsession, fixe Idee
  4. sich Zwang antun sich beherrschen, sich bändigen, sich zähmen, sich mäßigen, sich zsammennehmen, sich zügeln

Zwang: Was der Mensch tun muss

Die Synonyme für Zwang geben unterschiedliche Arten von äußerem Druck wieder. Muss ist ein neutrales Wort für ein Erfordernis. Das gehobene Pression hat die Konnotation Erpressung beziehungsweise Nötigung. Vergewaltigung bezeichnet sexuellen Zwang. Unterdrückung wird häufig in politischem Sinn von Zwangsherrschaft gebraucht. Das Gleiche gilt für Unfreiheit. Unter einem Diktat versteht man eine aufgezwungene Verpflichtung. Joch, das eigentlich einen Teil des Geschirrs für Ochsen bezeichnet, ist ein bildlicher und auch dichterisch gebrauchter Ausdruck für Zwang. Darüber hinaus kann Zwang eine innere, seelische Belastung sein bis hin zum klinischen Fall einer Zwangsvorstellung. Hier spricht man auch von einer Zwangsidee oder einer fixen Idee. Auch Sucht, Trieb oder das gehobene Manie gehören hierher.
Schließlich bezeichnet man mit Zwang auch die Pflicht/Pflichten, die ein Mensch hat. Synonym dafür werden Gebot, Verpflichtung und Bedingung gebraucht. Redensartlich spricht man vom Zwang der Verhältnisse/der Konventionen, in denen ein Mensch lebt.
Zugzwang nennt man ursprünglich im Schachspiel die Notwendigkeit, in einer bestimmten Situation des Spiels einen bestimmten Zug zu machen. Bildlich gesprochen wird das Wort auch allgemein für den Druck verwendet, auf eine bestimmte Situation (in bestimmter Weise) zu reagieren. Was man nur aus Zwang tut, geschieht nicht freiwillig. Seinen Gefühlen/sich keinen Zwang antun heißt umgangssprachlich tun, was man möchte. Die Aufforderung Tun Sie sich/tu dir keinen Zwang an ist an jemanden gerichtet, dem man ersparen will, etwas zu tun, was er augenscheinlich nicht möchte, aber glaubt, es aus Höflichkeit tun zu müssen.
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