wissen.de Artikel

Was einen guten Wein ausmacht

Ein Wein ist nicht gleich ein Wein – das weiß jeder, der eine Weinkarte im Restaurant bereits ausführlich studiert hat. Da gibt es zum einen die offensichtliche Unterscheidung in Rosé, Weiß- und Rotwein, zum anderen aber unterscheiden sich Weine oftmals auch geschmacklich so sehr, dass der Laie schnell überfordert ist. Passt ein Riesling zum Fisch? Sollte es der Bordeaux zum Steak sein? Und warum gibt es selbst bei den einzelnen Sorten geschmackliche Unterschiede? Sind diese auf das Anbaugebiet zurückzuführen? Zwar kann im Großen und Ganzen gesagt werden, dass ein guter Wein ein solcher ist, der demjenigen, der ihn trinkt, schmeckt, doch wird sich näher mit der Materie befasst, steht der Weingenießer vor einem spannenden und umfangreichen Thema, über das auch fachliche Magazine wie der Weinclub ausführlich und in vielen Beiträgen berichten.
 
Guter Wein

pixabay.com © cocoparisienne (CC0 1.0)

 
1. Das richtige Anbaugebiet
Die Traube macht die Qualität aus. Was so einfach klingt, ist tatsächlich Fakt. Das Wichtigste für einen guten Wein sind gute Trauben. Wenn ein Winzer beispielsweise kranke oder unreife Trauben in seinem Wein verarbeitet, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der fertige Wein nicht schmecken wird.
 
Die Außenwirtschaft ist demnach das A und O bei der Weinherstellung. Das beginnt schon bei dem richtigen Anbaugebiet. Zwar sind Weinreben in vielen Gärten zu finden, doch sind dies sicher nicht die Trauben, die – selbst wenn die Menge entsprechend vorhanden wäre – zu einem wohlschmeckenden Wein verarbeitet werden können, der sich schlussendlich auch noch gut verkaufen lässt. Um das richtige Anbaugebiete zu finden, müssen folgende Faktoren beachtet werden:
 
  • Durchschnittstemperatur
    Damit die Weintrauben gut gedeihen können, eignet sich am besten ein Gebiet, in dem die durchschnittliche Jahrestemperatur über 9°C liegt. Zwar verträgt ein Weinstock Frost, doch kälter als -20°C sollte es nicht werden, da der Wein sonst zu erfrieren droht. Zu warm darf es allerdings auch nicht werden, da sonst der Zuckeranteil in der Traube zu hoch wird und der produzierte Wein letztendlich zu viel Alkohol enthalten würde.
 
  • Sonnenschein
    Damit die Trauben richtig reifen können, brauchen sie viel Sonne. Mindestens 1.200 Stunden im Jahr sollte die Sonne im Anbaugebiet schon scheinen.
 
  • Niederschlag
    So wichtig Sonne ist, so wichtig ist auch der Regen. Über 600mm sollte der Jahresmittelwert der Niederschlagsmenge im Anbaugebiet betragen, um der Traube die benötigte Menge an Flüssigkeit zuführen zu können.
 
Dementsprechend befinden sich die idealen Gebiete auf den sogenannten Weltrebengürteln, die sich im nördlichen Teil der Welt zwischen dem 40. und dem 50. Breitengrad, im südlichen Teil zwischen dem 30. und dem 40. Breitengrad befinden. Länder wie Italien, Frankreich, Österreich, Argentinien, aber auch Deutschland gehören daher zu den zehn größten Weinländern. Doch Weinanbaugebiete wie beispielsweise die im Bereich der Mosel beweisen, dass auch weiter nördlich des Weltrebengürtels guter Weinanbau möglich ist. Die deutschen Weinanbaugebiete und ihre individuelle Beschaffenheit kann für einen ersten Überblick hier nachgeschlagen werden.
 
2. Die Qual der Wahl: Rebsorten
Die Wahl der Sorte, die angebaut werden soll, bleibt jedem Winzer selbst überlassen, denn auch hier ist wieder der Geschmack des Einzelnen entscheidend. Allerdings gilt es hier ebenso auf geografische Gegebenheiten zu achten. Nicht jede Sorte gedeiht beispielsweise in einer Höhe von weniger als 600 Metern. Und nicht jede Sorte kann gut auf einer fast flachen Ebene wachsen, viele Sorten werden daher an Hängen angepflanzt. Bei der Wahl der Rebsorte spielt dementsprechend vor allem die Lage des Rebstockes eine große Rolle.
 
3. Die Weinlese
Geografische Lage stimmt, Rebsorte stimmt – dann könnte eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Doch, denn ein ganz wichtiger Punkt, um qualitativ hochwertigen Wein herstellen zu können, ist die Weinlese.
Die beste Erntezeit für Weintrauben sind Spätsommer und Spätherbst, je nach Sorte. Umso reifer die Trauben sind, desto mehr Zucker enthalten sie und der Wein wird dementsprechend alkoholhaltiger. Bei der Weinlese selbst muss der Winzer darauf achten, lediglich die Weintrauben zu ernten, die sich auch für den Wein eignen – manche müssen eventuell noch etwas länger nach reifen. Wird die Lese maschinell erledigt, geht dies um einiges schneller, hat aber zur Folge, dass nicht mehr zwischen reifen und unreifen Trauben unterschieden werden kann, bzw. dies erst später per Hand geschehen kann, wenn die Trauben bereits geerntet sind. Eine Nachlese per Hand ist aber in jedem Fall wichtig, um qualitativ hochwertigen Wein herstellen zu können, können doch nur so beschädigte oder schlechte Trauben und Blätter aussortiert werden.
 
Die Herstellung des Weins
 
Guter Wein

pixabay.com © blickpixel (CC0 1.0)

 
Zu guter Letzt ist selbstverständlich die finale Herstellung des Weins ausschlaggebend, um ein gutes Getränk präsentieren zu können. Dazu müssen die Trauben zunächst gepresst werden, um Häute, Kerne und Stiele auszusortieren. Denn würden diese mit in die Mostmasse gelangen, bekommt der Wein eine entsprechende Note, die kaum schmeckt. Mittlerweile gibt es Maschinen, die ebenfalls sorgfältige Pressarbeit leisten können. Letztendlich geht es dann ans Gärungsverfahren und für den Winzer heißt es abwarten. 
 
 
Was unterscheidet Weine in der Qualität?
Jeder, der gerne Wein trinkt, kennt es: Manche Weine sind sehr günstig zu bekommen, andere kosten fast schon ein kleines Vermögen. Können die Unterschiede denn tatsächlich so groß sein und wie kommt es zu den verschiedenen Qualitätsunterscheidungen?
 
Grundsätzlich wird unterschieden:
 
  • Tafelwein
    Der Tafelwein ist die simpelste Art und kann aus ganz Deutschland stammen – eine Angabe der Herkunft ist nicht mal notwendig. Sein Alkoholgehalt muss nicht besonders hoch sein und auch ansonsten gibt es nicht viele Voraussetzungen, um einen Tafelwein verkaufen zu dürfen.
 
  • Landwein
    Der Landwein muss aus der Region kommen, die auf dem Etikett steht, zudem ist der Alkoholgehalt höher als beim Tafelwein.
 
  • Qualitätswein
    Qualitätsweine sind solche aus der höchsten Güteklasse. Um einen Wein als Qualitätswein bezeichnen zu dürfen, müssen einige Anforderungen erfüllt werden. Zum Beispiel muss ihnen eine amtliche Prüfungsnummer zugeteilt worden sein, die sie allerdings nur erhalten, wenn die geographische Herkunft des Weines nachgewiesen ist, bestimmte Höchst- und Mindestwerte erreicht worden sind und bestimmte Richtlinien bezüglich Anbau, Lese usw. erfüllt worden sind.
 
Guter Wein

pixabay.com © jarmoluk (CC0 1.0)

 
Stellt sich zu guter Letzt die Preisfrage, ob ein guter Wein auch immer teuer sein muss. Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Nein. Denn, ob ein Wein gut schmeckt oder nicht, ist jedem selbst überlassen und somit kann ein guter Wein mitunter sogar vom Discounter um die Ecke stammen, wenngleich die geschmacklichen Unterschiede natürlich dennoch nicht zu leugnen sind.
 

Das könnte Sie auch interessieren