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Wo Kohl Kult ist

Zwischen Hamburg und Sylt liegt das größte Kohlanbaugebiet Europas: Dithmarschen. In der deutschen "Kohlkammer" werden von 280 landwirtschaftlichen Gemüseanbaubetrieben jedes Jahr über 80 Millionen Kohlköpfe im Wert von 25 Millionen Euro geerntet. Die 275 Kohlbauern bewirtschaften rund 2.500 Hektar. Das entspricht einer Gesamtfläche von 2.500 Fußballfeldern. Der Weißkohl beansprucht mit 2.200 Hektar den meisten Platz, gefolgt vom Rotkohl (360 Hektar), Blumenkohl (129 Hektar) und Wirsing (83 Hektar). Ein Teil der Ernte wird direkt vom Feld an die verarbeitende Industrie und den Zwischenhandel geliefert. Das meiste – mehr als 80 Prozent – wird eingelagert und bis zur nächsten Ernte in ganz Europa verkauft. 107.000 Tonnen fassen die Kühllager in Dithmarschen. Hinzu kommen 30.000 Tonnen normale Lagerfläche.

Der Kohlanschnitt und das Kohlosseum

Kohl ist in Dithmarschen Kult. Die "Dithmarscher Kohltage" sind so etwas wie das nördliche Gegenstück zu den süddeutschen Weinfesten. 2007 finden sie zum 21. Mal statt, vom 18. bis 23. September. Es gibt Dutzende Kohlfeste und zwei Kohlregentinnen. Wie beim Anzapfen des ersten Oktoberfestbieres, werden die Ditmarscher Kohltage mit einem fachmännischen Kohlanschnitt auf einem Kohlfeld eröffnet, 2007 in Oesterwurth/Wesselburen.

Eine weitere Besonderheit ist das ganze Jahr über in Wesselburen (zwischen Heide und Büsum) zu besichtigen: das Kohlosseum. In der ehemaligen Zuckerfabrik ist ein Kohl-Museum untergebracht  – mit eigener "Krautwerkstatt", in der neue Kohl-Salate kreiert und Salben sowie Heilmittel zusammen gemixt werden.  

 

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von Michael Fischer, wissen.de
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