Wahrig Herkunftswörterbuch
Umstand
dieses Substantiv (
mhd.
umbestant in ders. Bed., urspr. „das Herumstehen; die Herumstehenden“) beruht auf einer früheren Form des Verbs umstehen (mhd.
umbestēn, ahd.
umbistēn); im Sinne von die „Herumstehenden“ wurde der Begriff Umstand früher auch im Gerichtswesen gebraucht, er bezeichnete alle im Gericht anwesenden Personen, die anders als die Richter und Schöffen während der Verhandlung stehen mussten; die Tatsache, dass diese „stehende“ Gerichtsgemeinde das Recht hatte, zugunsten des Angeklagten auszusagen, führte zu der noch heute üblichen Rede von den mildernden Umständen; auf dieser Grundlage wurde später von den „umstehenden“ Personen auf die „umstehenden“ Tatsachen – die Situation, die Umgebung, die Bedingungen einer Handlung – abstrahiert; unter dem Einfluss von Formulierungen wie der Umstand des Textes, was so viel meint wie den „Zusammenhang, in dem eine Textstelle steht“, nahm das seit dem 16. Jh. bezeugte Adjektiv umständlich
allmählich seine heutige Bedeutung „weitschweifig, zu genau, für einen reibungslosen Ablauf hinderlich“ an
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