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Bühne frei für junge Forscher

KEL

 

Auf den Tischen stehen große Gläser gefüllt mit Erde, in Kochtöpfen schmelzen Gummibärchen, Kabel liegen dicht an dicht und quellen über den Tischrand hinaus. Dahinter stehen die Hauptakteure: Junge Forscher, die stolz ihre Experimente präsentieren. Vom 29. Mai bis zum 01. Juni 2014 heißt es wieder: “Jugend forscht“. Dieses Jahr findet der Bundeswettbewerb, der für viele Jungforscher der Höhepunkt des Jahres ist, in Künzelsau statt.

Jugend forscht 2014: Verwirkliche deine Idee
Stiftung Jugend forscht e.V.

Seit 1966 gibt es ihn, den Bundeswettbewerb Jugend forscht. Im ersten Jahr konnte der Wissenschaftskontest für Jugendliche bereits 244 Teilnehmer verzeichnen. Mit knapp 12.000 Anmeldungen erreicht Europas größter Jugendwettbewerb im Bereich der sogenannten MINT-Disziplinen 2014 ein Rekordhoch. MINT, das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In insgesamt sieben Disziplinen aus diesen Bereichen können die Jugendlichen ihrem Forschergeist und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Aber was sind die Teilnehmer eigentlich für Charaktere? “Ganz normale Jugendliche“, beschreibt Silvia Böhler, Wettbewerbsleiterin von Jugend forscht, die Hauptakteure. „Man meint immer, da säßen alles kleine Einsteins rum und das eigene Kind oder der eigene Schüler könnte da nicht mitmachen. Wenn man dann durchgeht sieht man aber: Das sind ganz normale Schüler oder Auszubildende“, erklärt sie weiter.

Verwirkliche deine Idee

Letzten Sommer hat die 49. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht begonnen. Ganz nach dem Motto “Verwirkliche deine Idee“ arbeiten die Jungforscher seit August 2013 nun schon an ihren eigens erdachten Projekten. Und dabei haben sie wahrlich erfahren, was Forschungsarbeit bedeutet. Am Anfang steht die Idee. Dann folgt die Planung: Welche Materialien benötige ich? Wieviel Zeit muss ich für die experimentelle und schriftliche Ausarbeitung einplanen? Schließlich dann die Umsetzung, bei der die Jugendlichen tüfteln, basteln und Ergebnisse auswerten. Hin und wieder führt der Weg zurück zum Startpunkt: Die Idee muss neu überdacht, Pläne verworfen und neue geschmiedet werden. Kreativität, Leidenschaft und Ausdauer sind dabei gefragt.

Im Februar war es dann soweit: In den Regionalwettbewerben durften die Jugendlichen ihre erarbeiteten Forschungsergebnisse einer Jury präsentieren. Für die Sieger dieser Wettbewerbe hieß es dann: Auf zum Landeswettbewerb. Erneut standen die Experimentatoren Rede und Antwort und versuchten, die Jury von ihrem Projekt zu überzeugen. Für die Gewinner der einzelnen Bundesländer steht nun der große Show-down vor der Tür.

Ein kleiner Vorgeschmack

Laborszene
Stiftung Jugend forscht e.V.

Von den knapp 12.000 Anmeldungen haben es 114 Projekte in den Bundeswettbewerb geschafft. In den kommenden Tagen stellen die Jungforscher ihre Projekte vor. Eine Schwimmhilfe für Querschnittsgelähmte,  eine App zur Abschätzung der Größe von Bienenvölkern, ein Schnelltest für den gefährlichen Weichmacher Bisphenol A, eine Methode zum Recycling von Treibhausgas, die Verschmelzung der zwei Mathe-Welten Topologie und Zahlentheorie, ein nicht mechanisch gesteuertes Ionentriebwerk für Raumflugkörper und 108 weitere spannende Forschungsprojekte stehen im Finale.

Ein Blick in die umfangreiche Festschrift, in der alle Projekt kurz vorgestellt werden, lohnt sich. So unterschiedlich die Projekte auch sind, eins haben sie alle gemeinsam: Sie zeigen, dass die Jugendlichen heutige und auch zukünftige Probleme der Gesellschaft sehen und erkennen und mit viel Motivation und Einsatzfreude nach Lösungen suchen. Und genau das ist es, was wir für die Herausforderungen der Zukunft brauchen: Junge Menschen mit Ideen, Visionen, Tatkraft und Talent.

Der große Auftritt

Um dem hohen Anspruch des Wettbewerbs, der Jungforscher und ihrer Projekte gerecht zu werden, besteht die Jury aus Fachexperten. 32 Spezialisten von Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Schulen nehmen die Finalisten und ihre Forschungsprojekte genau unter die Lupe. Hin und wieder schlägt auch hier der Vorführeffekt zu und ein Experiment missglückt. Doch in den Vorentscheidungen zeigte sich bereits: Die Jungforscher reagieren nicht nervös oder gar niedergeschlagen auf einen Fehlversuch. Nein, sie lachen und tragen es mit Humor und damit spiegeln sie ideal den Grundgedanken des Wettbewerbs wieder. Denn bei Jugend forscht geht es vor allen Dingen um eins: Spaß an der Forschung. Mit allem, was dazugehört.
 

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