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Controlling

Viele Unternehmensprobleme entstehen durch mangelndes Controlling. Schwierigkeiten bei der kontinuierlichen Auslastung des Betriebes oder in punkto Liquidität sind die Folge. Erst wenn Gläubiger Mahnbescheide schicken, das Konto gepfändet wird oder die Löhne nicht mehr bezahlt werden können, denkt mancher Unternehmer über seine Unternehmensentwicklung nach.

Kontrolle im Voraus

Controlling wird vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen oft stark vernachlässigt. Besonders "in guten Zeiten" vergisst man leicht diese wichtige Managementaufgabe. Marktbedingungen wie Nachfrageveränderungen und neue Konkurrenten, oder interne Faktoren im Unternehmen, wie hohe Zinsbelastungen und Tilgungen zwingen Unternehmer dazu, präziser zu planen und heute bereits die Weichen für morgen zu stellen. Somit ist die Analyse der Vergangenheit unerlässlich auch wenn sich daraus nicht immer die zukünftige Entwicklung voraussagen lässt. Dennoch sollte sich jedes gut geführte Unternehmen Ziele setzen und darauf zuarbeiten. Um Erfolg zu haben, muss man auf mögliche Abweichungen von der Zielvorgabe achten, etwa bei Kosten, Gewinn und Produktqualität. Erst wenn diese Abweichungen bekannt sind, kann gegengesteuert werden. Controlling ist Kontrolle im Voraus.

Der Controller

Der Controller ist in keiner Firma besonders beliebt, denn er zeigt Fehler auf. Der Controller ist der interne Unternehmensberater. Der Unternehmer ist der verantwortliche Kapitän, der Controller fungiert als Lotse auf dem Schiff. Dabei bedient sich der Controller betriebswirtschaftlicher "Navigations"-Methoden. Im Unternehmen ist dies das Rechnungswesen. Hinzu kommen Wertvorstellungen und Ideale, die sich nicht nur in Zahlen ausdrücken lassen: der Erhalt der Kundenzufriedenheit, das Klima im Unternehmen oder auch die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Treten Abweichungen von Zielsetzungen ein, schlägt der Controller eines Unternehmens Alternativen, Wege, Maßnahmen zur Veränderung vor. Er berücksichtigt die folgenden Fragestellungen: Was ist erforderlich, damit die Personalkosten langsamer steigen als der Umsatz? Was muss und kann man tun, damit Forderungsausfälle stärker reduziert werden können?

Die Finanzplanung

Eine wichtige Controllingaufgabe ist die Finanzplanung. Sie ist deshalb eine besonders sensible und "pflegebedürftige" Größe des Unternehmens. Mittels Finanzplanung wird der unternehmerische Erfolg (Rentabilität) berechnet und sichergestellt, dass das Unternehmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Gerade das Liquiditätscontrolling sollte nicht erst bei akuten Liquiditätskrisen oder auf Drängen der Hausbank eingeführt werden. Ein Finanzplan ist ein Soll-Ist-Vergleich im Voraus: die Planung des Kapitalbedarfs für das Unternehmen, seine zukünftigen Zahlungsein- und -ausgänge. Wie ist die Auftragslage in den kommenden Monaten? Reicht der Umsatz, um alle Kosten zu decken? Haben Sie den Überblick? Lassen sich Maßnahmen planen, um die Liquidität zu steigern? Also längerfristige Zahlungsvereinbarungen mit Gläubigern, ein besseres Mahnverfahren, um Forderungseingänge besser zu steuern, oder Bonitätsprüfungen der Kunden, um Forderungsausfälle zu reduzieren. In Sachen Rentabilität empfiehlt sich ein Gewinnschwellen-Diagramm, eine so genannte Break-even-Analyse. Als Break-even-point (Gewinnschwelle) bezeichnet man den Punkt, bei dem die Erlöse und die Kosten sich in Abhängigkeit von einer umgesetzten Menge gerade ausgleichen. In einem solchen Diagramm zeigt sich anschaulich der hoffentlich überproportionale Ergebnisanstieg pro Umsatzeinheit nach Überschreiten der Gewinnschwelle und umgekehrt.

Operatives und Strategisches Controlling

Das operative Controlling umfasst die kurzfristige Planung, Kontrolle und Steuerung mit dem Ziel, Korrekturen bei Abweichungen vom Kurs des Unternehmens zu ermöglichen.

Das strategische Controlling will Chancen und Risiken aufdecken, um langfristig die Existenz des Unternehmens zu sichern.

Operatives und strategisches Controlling gehören zusammen. Denn die operative Planung hängt sehr stark von der strategischen ab. Umgekehrt liefern operative Überlegungen wichtige Impulse für die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Zwischen dem operativen und dem strategischen Controlling besteht also ein Regelkreis.

Der Erfolg eines Unternehmens hängt von den Fähigkeiten der Unternehmensleitung und der Führungskräfte ab, die betrieblichen Probleme rechtzeitig zu erkennen und zu analysieren. Dann können schnell Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dazu müssen aber die relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt aufbereitet und den Führungskräften zur Verfügung gestellt werden. Ein wirkungsvolles Controlling ist hierfür die unverzichtbare Voraussetzung: Der Controller muss regelmäßig Analysen durchführen und seine Werkzeuge einsetzen.

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