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Das Neidproblem: Machen uns Facebook und Co unglücklicher?

Es passiert ganz schnell: Man sieht ein Bild auf Facebook – von einer schönen Person, einem exotischen Urlaub oder einem aufregenden Leben. Soziale Netzwerke geben uns Einblicke in die Privatsphäre von anderen und die macht uns allzu oft rasend vor Neid. Da ist der Frust vorprogrammiert – wichtig ist, ob er Antrieb oder Bremse wird.

Ausschnitt aus den Giotto-Fresken in der Scrovegni-Kapelle zu Padua
Neid - eine der Sieben Todsünden der katholischen Kirche

Ausschnitt aus einem spätmittelaletrlichen Freskenzyklus des italienischen Malers Giotto.

Neid gibt es wahrscheinlich schon, seit es Menschen gibt. Auch in der Schöpfungsgeschichte der Bibel taucht er schon ganz am Anfang auf: Bereits bei Adam und Eva verursachte er Ärger im Paradies. Als Kain Abel aus Neid erschlägt, beging er damit zwei der sieben Todsünden. „Neid und Eifersucht sind die Schamteile der menschlichen Seele“, wusste auch Nietzsche. Zu Recht: Neid ist eine hässliche Angelegenheit. Er kann als kleiner Tumor entstehen und sich langsam durch unsere Seele fressen, bis er uns hässlich, blind und gierig macht, wie in Giottos Gemälde „Invidia“ dargestellt. Unsere eigene Welt wird nur noch am Mangel definiert und unsere Gedanken drehen sich im Konjunktiv in einer Abwärtsspirale.

Facebook und Co als Quelle des Neids

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram bieten sich geradezu an, nach dem zu schielen, was andere besitzen, können oder erreicht haben. Und auf den ersten Blick gibt es auch reichlich Grund für Neid: Andere haben mehr Freunde, haben mehr Geld und bekommen mehr Geburtstagswünsche.

Unsere virtuellen "Freunde" berichten von steilen Karrieren mit Praktika in Schanghai und New York, Weltreisen nach Kuala Lumpur und Machu Picchu und prahlen mit ihren Erfolgen bei der Weltmeisterschaft in Schießmichtot. Was aber machen diese Berichte und Posts mit uns – den "Normalos"? Führt dies nicht dazu, dass wir uns und unser Leben plötzlich eher ärmlich und langweilig finden?

Social Media Icons auf Bildschirm
Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram laden zu sozialen Vergleichen ein.
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