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Für Laien entschlüsselt: Autocodes und ihre Bedeutung

Gut, ABS kann man sich noch mit Anti-Blockier-System übersetzen. Aber dann: An der A-Säule mokiert der TÜV-Prüfer einen Steinschlag. Die Werkstatt stellt fünf Liter 5W30 in Rechnung. Und warum steht auf dem Schalter der Klimaanlage eigentlich A/C? Rund ums Auto gibt es eine Menge Codes und Abkürzungen. Auf den folgenden Zeilen erklären wir die Wichtigsten.

Lenkrad
235/40 ZR 20: Schon auf den Reifen zeigt sich die Code-Lastigkeit des Kfz-Bereichs bestens. Doch es geht noch viel weiter.

A-Säule

Dabei handelt es sich um die erste der Säulen, die das Autodach tragen. Gezählt wird von vorne nach hinten. Die A-Säule ist also der seitliche „Rahmen“ der Frontscheibe. Die B-Säule ist die hinter den Vordertüren usw. Natürlich ist die Zahl je nach Automodell verschieden, ein Kombi kann auch eine vierte D-Säulenreihe haben, wohingegen bei einem Pickup-Truck mit Einzelkabine schon nach B Schluss ist.

A/C bzw. AC

Damit ist im Auto nicht die gängige Bezeichnung für Alterning Current, also Wechselstrom, gemeint, sondern, sofern es sich um eine Innenraum-Taste handelt, die Air Conditioning und somit Klimaanlage. Viele Hersteller nehmen die englische Bezeichnung, um nicht für jeden Markt Extratasten herstellen zu müssen.

AGR

AGR-Ventile kennen viele als Fehlerquelle. Dieses Abgas-Rückführ-Ventil sitzt am Abgaskrümmer und zapft diesem, je nach Betriebszustand, eine Menge des Abgases ab und führt sie auf die „Frischluft-Seite“ der Gemischbildung. Dadurch sinkt die Verbrennungstemperatur, Bauteile werden weniger belastet und die Bildung von Stickoxiden wird vermindert.

CAN (-Bus)

Moderne Autos verfügen über viele einzelne Steuergeräte, die unterschiedlichste Dinge regeln. Damit sie miteinander kommunizieren können, ist ein Bus-System notwendig, eine Art Datenautobahn. CAN steht für Controller Area Network das bedeutet also, dass alle Steuergeräte über einen Zentralrechner verbunden sind – das spart vor allem Kosten für Leitungen.

CDI

Viele Diesel arbeiten heute nach dem Prinzip der Common-rail Diesel Injection. Dabei versorgt die Kraftstoffpumpe eine weitere Hochdruckpumpe, die den Dieseltreibstoff auf bis zu 3000 Bar bringt. Von dort gelangt er in einen zentralen Druckspeicher, die Rail, der wiederum mit den einzelnen Injektoren der Zylinder verbunden ist.

Frontalansicht eines BMWs
Je abgerundeter die Fahrzeugfront, desto niedriger der cw-Wert. Aktuell sind Zahlen unter 0,30 schon als sehr gut.

cw-Wert

In Automagazinen wird regelmäßig über gute oder schlechte cw-Werte räsoniert. Im Gegensatz zu vielen anderen Abkürzungen ist das eine dimensionslose Zahl, die definiert, wie windschlüpfrig ein Auto gestaltet ist. Je niedriger, desto besser.

DOT

Von DOT ist immer dann die Rede, wenn von Bremsflüssigkeit gesprochen wird. DOT ist dabei die Abkürzung für das Department of Transportation. Das hat, je nachdem, welche Ziffer dahinter steht, exakte Parameter festgelegt, die international gültig sind:

  • Kälteviskosität in mm²/s bei -40°C
  • Viskosität in mm²/s bei 100°C
  • Nasssiedepunkt bei 3,5% Wasseranteil in °C (Bremsflüssigkeit neigt dazu, Wasser zu speichern, wodurch der Siedepunkt absinkt)
  • Siedepunkt in °C

Als Daumenregel kann man sich merken, je höher die Ziffer, desto hochwertiger die Bremsflüssigkeit.

ECU

Ist die Electronic Control Unit, in dem Zusammenhang ist das immer nur ein Wort-Anhängsel, das durch einen vorangestellten Begriff weiter definiert werden muss. Die ABS-ECU wäre beispielsweise das Bremssteuergerät.

ET

Damit wird die Felgen-Einpresstiefe bezeichnet. Die Erklärung ist etwas komplex. Dazu muss man sich, beim Blick von vorn nach hinten, eine Senkrechte in der Felgenmitte denken. Je nachdem, ob die Fläche, mit der die Felge an der Achse aufliegt, weiter zur Felgenaußen- oder -innenseite verschoben ist, spricht man von positiver oder negativer ET. Die angehängte Zahl sagt aus, wie viele Millimeter die ET abweicht.  

FFV

Ist ein Flexible Fuel Vehicle. Das ist ein Benziner, der mit einer beliebigen Beimischung aus Ethanol und Methanol bis hinauf zu 100% funktioniert. Es darf also „Biosprit“ tanken.

Nm

Damit wird das Drehmoment des Motors in Newtonmetern bezeichnet. Ein Nm ist die Kraft, die ein ein Kilogramm schweres Gewicht auf einen einen Meter langen Hebelarm auswirken würde.

OBD

Ohne On Board Diganose kommt heute kein Auto durch den TÜV. OBD ist ein Steuergerät, das alle Systeme im Betrieb überwacht, die sich irgendwie auf die Abgasqualität auswirken. Jedes Mal, wenn etwas außerhalb der voreingestellten Parameter läuft, wird dafür ein Fehlercode gespeichert – der wird bei der Abgasuntersuchung ausgelesen. Bleibt besagter Fehler für länger als wenige Sekunden bestehen, lässt das OBD die gelbe Motorkontrollleuchte aufleuchten und die Steuergeräte schalten automatisch in einen Notbetriebsmodus.

Öl

Öl ist für sich alleine zwar keine Abkürzung, dafür aber die vollständige SAE-Bezeichnung dahinter. Als Beispiel sei hier SAE 10W-40 genannt

  • SAE = Society of Automotive Engineers
  • 10 = Niedrigste Temperatur, bei der das Öl nach SAE-J-300-Bedingungen noch pumpbar ist (bei 10 sind das -30°C). Je kleiner die Zahl, desto tiefer die Temperatur
  • W = Wintertauglich (sind heute aber alle Motoröle)
  • 40 = Viskosität des Öls bei 100°C

Motorölkanister
Früher war Öl dickflüssiger. Für Oldtimer gibt es daher heute Öle wie dieses 20W50, welches nicht zu flüssig für die alten Motordichtungen ist.
Oktan

Steht auf jeder Ottokraftstoff-Zapfsäule. Wenn ein Kraftstoff-Luft-Gemisch komprimiert wird, erhitzt es sich bis zu dem Punkt, an dem es von selbst zündet („klopft“). Beim Diesel möchte man das, beim Benziner keineswegs. Die Oktanzahl besagt also, wie viel Prozent Iso-Oktan dem Kraftstoff beigemischt wurde. Je mehr, desto weniger neigt dieser Kraftstoff zum Klopfen. 

Reifen

Auch Reifen haben ein Füllhorn an Codes. Einmal mehr sei hier ein gängiger Wert genannt, der auf der Reifenflanke zu finden ist: 195/65 R15

  • 195 = Breite der Reifenlauffläche in Millimeter
  • 65 = Prozentuale Höhe des Reifens im Verhältnis zur Laufflächenbreite (hier 126,75mm)
  • R = Geschwindigkeitsindex (höchste erlaubte Geschwindigkeit dieses Reifens, hier 170km/h, eine vollständige Tabelle liefert pkwteile.de)
  • 15 = Innendurchmesser des Reifens (= Außendurchmesser der Felge) in Zoll

Wärmewert

Ist wichtig beim Kauf von Zündkerzen. Der Wärmewert bezieht sich auf die maximal im Betrieb erreichte Brennraumtemperatur. Zu „kalte“ oder „heiße“ Zündkerzen erreichen dann nicht ihr Optimum an Leistung, was wiederum eine Menge Probleme nach sich ziehen kann. Problematisch: Jeder Zündkerzenhersteller codiert seine Temperaturbereiche anders, sodass man für die richtige Kerze vorher umfangreiche Tabellen wälzen muss.

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