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Geldanlage für junge Menschen: Die wichtigsten Grundregeln

Nicht selten werden junge Menschen von Eltern und Großeltern regelmäßig daran erinnert, wie wichtig es ist, zu sparen und sein Geld anzulegen. Nicht nur die Berufswahl spielt beim Start ins Berufsleben eine wichtige Rolle, auch was mit dem verdienten Geld geschieht, will gelernt sein. Geldanlagen mögen für junge Leute nicht oberste Priorität haben, aber es ist dennoch wichtig, frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Auch mit eher kleinen Geldbeträgen können junge Leute bereits viel für eine finanziell abgesicherte Zukunft tun. Hier erfahren junge Leute, wie sie ihr Geld als junger Mensch anlegen können, und was es dabei zu beachten gilt.
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Warum sollten junge Menschen Geld anlegen?

Diverse Berechnungen zeigen, dass es sich lohnt, möglichst frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Wer bereits als Auszubildender oder Student Geld auf die Seite legt, profitiert davon. Langfristige Anlagen haben in der Regel eine bessere Rendite. Kommt es während eines langen Anlagezeitraums zu einem wirtschaftlichen Tief, kann dies häufig durch die lange Laufzeit ausgeglichen werden. Kleine, regelmäßig eingezahlte Geldbeträge können einen Unterschied machen und die finanzielle Lage im Alter deutlich verbessern. Sicher ist, dass die gesetzliche Rente im Alter nicht ausreichen wird, um den Lebensunterhalt zu decken. Aus diesem Grund müssen sich junge Leute so früh wie möglich mit dem Anlegen von Geld beschäftigen.

Geldanlagen für junge Leute - diese sind empfehlenswert

Nicht jede Geldanlage eignet sich, um damit zu starten. Folgende Anlagemöglichkeiten sind für junge Leute empfehlenswert:

  • Tages- und Festgeldkonten: Anlagekonten wie Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten bilden die Grundlage des Vermögensaufbaus. Das auf ein Tagesgeldkonto eingezahlte Guthaben kann jederzeit genutzt werden. Ein- und Auszahlungen kann man vornehmen so oft man möchte. Beim Festgeldkonto wird ein bestimmter Betrag für einen bestimmten Zeitraum angelegt. Dieser Zeitraum kann einige Monate oder Jahre betragen. Wichtig zu wissen: Während der Laufzeit kann in der Regel nicht auf das Guthaben zurückgegriffen werden. Diese Geldanlage ist daher weniger flexibel. Aktuell gibt es sowohl auf den Tagesgeld- als auch auf den Festgeldkonten keine besonders hohen Zinsen. Hier müssen Anleger gut vergleichen, um ein Anlagekonto zu finden, das sowohl eine hohe Sicherheit als auch eine einigermaßen akzeptable Rendite bietet. Tages- und Festgeldkonten sind in Ordnung für das Anlegen kleinerer Geldbeträge und können dem Portfolio beigemischt werden.

  • Bausparverträge: Ein Bausparvertrag kann ebenfalls eine attraktive Geldanlage für junge Leute sein. Aber auch hier sind die Zinsen aktuell nicht mehr besonders hoch und beachtet man die aktuelle Inflationsrate, so liegen die Zinsen deutlich darunter. Wer sich allerdings sicher ist, dass er irgendwann in der Zukunft eine Immobilie kaufen möchte, kann sich durch den Abschluss eines Bausparvertrags ein zinsgünstiges Darlehen sichern. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, dann hat man ein Anrecht auf ein zinsgünstiges Darlehen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird das Sparen mit einem Bausparvertrag von staatlicher Seite unterstützt. So können Sparer beispielsweise eine Wohnungsbauprämie erhalten. Das ersparte Kapital ist aber an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Das heißt, man wird der wohnwirtschaftlichen Verwendung gerecht, wenn man das Geld verwendet, um eine Immobilie zu kaufen, zu renovieren oder zu sanieren. Für junge Leute wichtig zu wissen: Wer unter 25 Jahre alt ist und einen Bausparvertrag abschließt, kann das ersparte Kapital auch inklusive Prämie frei verwenden, wenn mit dem Bausparvertrag eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren erreicht wurde. Es sind je nach Anbieter auch weitere Besonderheiten für junge Leute möglich.

  • Sparpläne für Wertpapiere: Wertpapiere wie Aktienfonds und ETFs versprechen in der Regel eine höhere Rendite, sind jedoch auch mit etwas mehr Risiko verbunden. Das heißt, junge Anleger sollten Wertpapiere so auswählen, dass diese zu ihrer persönlichen Risikobereitschaft passen. Es gibt viele Anbieter für Wertpapiersparpläne. Häufig muss ein monatlicher Mindestbetrag bezahlt werden. Dieser Mindestbetrag kann gerade für einen Auszubildenden oder Studenten eine hohe Investition sein. Allerdings zahlt sich hier eine langfristige Strategie zumeist aus. Zudem lässt sich der monatliche Sparbetrag - sofern der Mindestbetrag eingehalten wird - flexibel an das eigene Budget anpassen. Zu beachten ist, dass es mit mehr Risiko verbunden ist, sein Geld in Wertpapiere zu investieren als dieses auf Tages- und Festgeldkonten anzulegen. Das Risiko lässt sich durch eine breite Streuung bei der Auswahl der Fonds und ETFs etwas minimieren. Es gibt auch Mischfonds, die zumindest teilweise festverzinsliche Geldanlagen enthalten, so dass nur ein Teil des monatlichen Geldbetrags in risikoreichere Investments fließt.

  • Fondsgebundene Versicherungen: Eine fondsgebundene Versicherungspolice kann ebenfalls zur Geldanlage verwendet werden. In einer solchen Police kann beispielsweise eine Beitragsgarantie enthalten sein. Auch hier gibt es durch die Beimischung von Fonds oder ETFs gute Renditechancen. Je nach Versicherungsvertrag kann man hier auch während der Ansparphase Geld entnehmen. Am Ende der Vertragslaufzeit erhält man eine lebenslange Rentenzahlung oder das Kapital. Hier ist es wichtig, die Vertragsbedingungen genau zu studieren und verschiedene Angebote zu vergleichen.

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Auf hochspekulative Geldanlagen sollten junge Menschen eher verzichten.

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Geldanlagen für junge Menschen - diese eignen sich weniger

Bei der Gestaltung einer langfristigen Anlagestrategie gilt es, zunächst für eine gewisse Basis zu sorgen. Diese Basis dient später dazu, weitere Investments zu tätigen. Auf hochspekulative Geldanlagen sollten junge Menschen eher verzichten. Hat man sich einmal eine gewisse Basis aufgebaut, kann man einen Teil seines Sparbetrags beziehungsweise Vermögens in solche Anlagen investieren. Dann kann man sich beispielsweise für hochspekulative Anlagen wie Optionsscheine entscheiden. Auch Rohstoffe sind nicht unbedingt für junge Anleger geeignet. Das gilt nicht für Gold und Silber. Diese Edelmetalle können in kleinen Mengen gekauft und als Absicherung genutzt werden.

Ebenfalls weniger geeignet sind Immobilien, Sammlerstücke wie Münzen, Uhren oder Kunstwerke sowie Kryptowährungen.

Worauf sollten junge Menschen bei ihrer Geldanlage achten?

Natürlich kann es zuweilen auch zu Krisen kommen und nicht immer kann man vorhersagen, in welche Richtung sich Geldanlagen entwickeln. Aus diesem Grund gilt es auf eine gewisse Balance zwischen Chance und Risiko zu achten. Junge Menschen sollten nicht ihr gesamtes erspartes, geschenktes oder geerbtes Geld auf eine Geldanlage setzen. Auch den monatlichen Sparbetrag teilt man am besten auf mehrere Geldanlagen auf. Oftmals ist die Risikobereitschaft bei jungen Menschen höher. Bei jeder hochspekulativen Anlage geht man jedoch das Risiko ein, alles zu verlieren. Zu Beginn des Vermögensaufbaus geht es daher immer um den Aufbau einer soliden Basis. Später können spekulativere Anlagen ins Portfolio genommen werden.

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Oftmals ist die Risikobereitschaft bei jungen Menschen höher.

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So legen junge Menschen ihr Geld richtig an - Tipps und Tricks

Mit folgenden Tipps stellen sich junge Leute zu Beginn des Vermögensaufbaus sinnvoll auf:

  • Im ersten Schritt gilt es, einen gewissen Puffer aufzubauen. Am besten legt man eine Summe von zwei bis drei Monatsgehältern zurück. Wer noch nicht arbeitet, kann sich an den monatlichen Ausgaben orientieren. Je nach Einkommen und Ausgaben muss man die Summe individuell noch etwas höher ansetzen.

  • Eine gute Balance zwischen Chance und Risiko ist wichtig. Man sollte nur Geld investieren, welches übrig ist und das man gerade nicht zum Leben braucht.

  • Im Idealfall verfolgt man mit seiner Geldanlage ein Ziel. Soll es für die Altersvorsorge oder eine Immobilie sein? Das Ziel bestimmt die Strategie mit.

  • Gerade zu Beginn des Vermögensaufbaus sind hochspekulative Anlagen weniger sinnvoll. Hohe Verluste machen keinen Spaß und wer alles Geld verliert, hat nichts mehr zum Anlegen.

  • Geldanlagen werden am besten breit gestreut. Das trägt zur Risikoreduzierung bei. Von Zeit zu Zeit sollte auch überprüft werden, ob das Geld in den verschiedenen Geldanlageprodukten umgeschichtet werden muss.

  • Sobald sich das Einkommen erhöht, weil man Ausbildung oder Studium abgeschlossen, den Job gewechselt oder eine Gehaltserhöhung bekommen hat, muss der monatliche Sparbetrag angepasst werden.

Nicht immer ist es für junge Leute möglich zu sparen. Wer beispielsweise BAföG bekommt oder gerade so über die Runden kommt während seiner Ausbildung oder seines Studiums, kann erst einmal nichts oder nicht viel zur Seite legen. Dann beginnt man eben ein paar Jahre später mit dem Vermögensaufbau. Grundsätzlich spricht aber alles dafür und nichts dagegen, so früh wie möglich mit dem Vermögensaufbau zu beginnen.

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