Lexikon
Aserbaidschan
Wirtschaft
Die Wirtschaft basiert auf den reichen Bodenschätzen, insbesondere auf den Vorkommen von Erdöl und Erdgas; daneben gibt es Eisen-, Zink- und Kupfererzlager. Durch Investitionen ausländischer Firmen, mit denen neue Erdöllagerstätten im Kaspischen Meer erschlossen werden, verzeichnet der junge Staat äußerst hohe Wachstumsraten (2008: 42%). Die EU-Staaten und die Türkei haben Russland als wichtigsten Außenhandelspartner abgelöst. Der angestrebte Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft und die Sanierung der veralteten industriellen Großbetriebe aus Sowjetzeiten gehen jedoch nur langsam voran. Auch das Bankenwesen liegt noch in staatlichen Händen. Ein breiter Mittelstand konnte sich bislang nicht entwickeln, da der Großteil der Bevölkerung keinen Anteil an den Gewinnen aus der Ölindustrie hat.
Die Landwirtschaft, in der noch über ein Drittel der Erwerbstätigen arbeiten, ist unterentwickelt. Die Infrastruktur (Verkehrsnetz, Strom- und Wasserversorgung) ist auf dem Land noch sehr lückenhaft. Angebaut werden in der Kura-Aras-Niederung, wo die fruchtbaren Böden künstlich bewässert werden müssen, Baumwolle, Getreide und Gemüse, im Tiefland von Lenkoran Tee und Zitrusfrüchte, in den Vorbergen und Tälern Obst, Wein und Tabak.
Wichtigster Verkehrsknotenpunkt, Zentrum der Erdölförderung und -verarbeitung sowie bedeutendster Industriestandort ist die Hafenstadt Baku. Seit 2005 führt von hier aus eine Pipeline über Tbilissi (Georgien) an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Die Pipeline wurde 2006 in Betrieb genommen.
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