Lexikon
Bevölkerung
Bevölkerungswachstum
Im Jahr 1800 lag die Zahl der Menschen noch bei rund 1 Mrd.; bis 1930 hatte sie sich auf 2 Mrd. verdoppelt. Für die weitere Verdoppelung auf 4 Mrd. benötigte die Weltbevölkerung nur noch 45 Jahre. Ende 1999 überschritt sie die 6-Milliarden-Grenze und ist seitdem auf über 6,5 Mrd. angewachsen. Gegenwärtig wächst sie jährlich um fast 80 Mio., was ungefähr der Bevölkerung Deutschlands entspricht. Zwar geht die Zuwachsrate, die bei rund 1,2% liegt, tendenziell zurück, doch geht man davon aus, dass die Bevölkerung weltweit noch jahrzehntelang weiter zunimmt, da der hohe Anteil junger Menschen in den Entwicklungsländern in das zeugungsfähige Alter nachwächst. Für das Jahr 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit weltweit 9,1 Mrd. Menschen.
Das stürmische Wachstum der letzten 150 Jahre war vor allem durch die großen Fortschritte in der Medizin – insbesondere durch die Eindämmung der Kindersterblichkeit – bedingt. Dabei wird das künftige Bevölkerungswachstum allein in den Entwicklungsländern stattfinden, da gerade hier der fehlende Zugang zu Verhütungsmitteln, mangelnde Aufklärung und bestimmte soziale Strukturen (Rolle der Frau, Kinder als Träger der Altersversorgung) hohe Geburtenraten begünstigen.
Neben einer Verknappung an natürlichen Ressourcen (wie z. B. Ackerflächen, Trinkwasser) bewirkt die Bevölkerungsexplosion in Entwicklungsländern gravierende soziale Probleme (Mangel an Bildungsstätten und medizinischen Versorgungseinrichtungen, Hungersnöte, Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit). Gerade der Mangel an den einfachsten Versorgungseinrichtungen ist der Auslöser für umfangreiche Wanderungsbewegungen. Ziel dieser Wanderungen sind vor allem die Städte (Landflucht), die vergleichsweise reichen Industrieländer und dünn besiedelte Gebiete, die sich nur bedingt für den Anbau von Nahrungsmitteln eignen (Trockenräume, überschwemmungsgefährdete Tiefländer).
- Einleitung
- Bevölkerungsverteilung
- Bevölkerungswachstum
- Alternde Gesellschaften
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