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LEXIKON

Boden

Geologie
das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der bodenbildenden Faktoren an der Erdoberfläche entstandene und sich weiterentwickelnde Umwandlungsprodukt mineralischer (Verwitterung) und organischer (Verwesung) Substanzen.
Bodenart: Kornfraktionen
Bodenart: Kornfraktionen
Äquivalent-DurchmesserBezeichnung der Kornfraktionen
mmμm
>200BlöckeGrobboden (Bodenskelett)
Geschiebe
20063Gerölle
Gesteine
6320Grob-
206,3Mittel-Kies
6,32Fein-
2000630Grob-Feinboden (< 2 mm)
20,063630200Mittel-Sand
20063Fein-
6320Grob-
0,0630,002206Mittel-Schluff
62Fein-
20,6Grob-
<0,0020,60,2Mittel-Ton
<0,2Fein-
Die äußeren Bedingungen, die die Bodenbildung entscheidend beeinflussen, bezeichnet man als bodenbildende Faktoren. Die wichtigsten sind Klima, besonders Temperatur und Niederschlag, Flora und Fauna, Gestein (als Ausgangsmaterial der Bodenbildung), Relief, Bearbeitungsmaßnahmen des Menschen und der Faktor Zeit. Diese bodenbildenden Faktoren lösen im Boden Prozesse aus. Hierzu gehören: Entsalzung, Entkalkung, Verwesung, Humifizierung, Mineralverwitterung (des Ausgangsgesteins), Mineralneubildung, insbesondere von Tonmineralen, Tonverlagerung (Lessivierung), Verlagerung von Si-(Silicium)-, Fe-(Eisen)-, Mn-(Mangan)- und Al-(Aluminium)-Verbindungen, ferner die Gefügebildung (Bodenstruktur), Ionenaustausch (Austauschkapazität) und Redoxprozesse (Reduktions- und Oxidationsprozesse).
Die bodenbildenden Prozesse erzeugen die Ausbildung einer horizontalen Schichtung (Bodenhorizonte), die in Bodenprofilen sichtbar werden. Die Anordnungsfolge der Horizonte, deren Gefüge (Bodengefüge), Chemismus, Farbe und Mächtigkeit führt zur Ordnung der Bodenprofile in Bodentypen (z. B. Schwarzerde, Laterit, Gley). Darauf aufbauend ist die gesetzmäßige Verbreitung der Böden Gegenstand der Bodengeographie.
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