Lexikon

Fortschritt

dem Wortsinn nach: Weitergehen eines Realprozesses in der Zeit, daher oft auch im negativen Sinn (fortschreitender Zerfall, progressive Paralyse) gebraucht. Für die Aufklärung des 18. Jahrhunderts war Fortschritt Anwendung der Vernunft, besonders auf Staat, Gesellschaft (Erziehung), Wirtschaft. Für die Aufklärung des 19. Jahrhunderts fallen Fortschritt und Entwicklung zusammen: Da das Entwicklungsziel zwar immer aufgegeben, aber niemals gegeben ist, befindet sich die Menschheit in unaufhörlichem Fortschritt, wobei auch die Vernunft selbst fortschreitet und es z. B. keine absoluten Erkenntnisgrenzen gibt. Dieser Fortschrittsoptimismus besteht im 20. Jahrhundert zwar noch im dialektischen Materialismus und im Pragmatismus, ist aber durch die Erfahrungen zweier Weltkriege so erschüttert, dass er in der Philosophie kaum mehr vertreten wird. Es ist jedoch offensichtlich, dass das individuelle und soziale Leben ohne Glauben an eine mögliche Verbesserung wertwidriger Zustände nicht bestehen kann; insofern ist der Begriff des Fortschritts Bestandteil jeder lebensbejahenden Ethik und Kulturphilosophie (A. Schweitzer). Es besteht aber die Gefahr, dass die philosophisch-praktische Bestimmung des Begriffs in den Hintergrund gedrängt wird zugunsten einer Fortschrittsgläubigkeit, die sich einseitig an den materiellen Errungenschaften einer hoch technisierten Gesellschaft orientiert.
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