Lexikon
germạnische Dichtung
die mündlich weitergegebene Dichtung der germanischen Stämme. Unsere Kenntnisse von der germanischen Dichtung sind nachträglich erschlossen und nicht mit Sicherheit auf alle germanischen Stämme zu beziehen. Erst mit und nach der Bekehrung lernten die Germanen die christliche Schriftkultur kennen und damit den Gebrauch des lateinischen Alphabets. Quellen sind deshalb in der Hauptsache spätantike und mittelalterliche lateinische Schriftsteller, vereinzelte Aufzeichnungen nach der Bekehrung und insbesondere die altnordische Überlieferung auf Island seit dem 12. Jahrhundert. Bei allen genannten Quellen muss grundsätzlich mit christlichem Einfluss gerechnet werden. Die germanische Dichtung bediente sich des Stabreims und bevorzugte zumindest in der Spätzeit eine umschreibungsreiche Sprache. Seit der späteren Zeit weiß man von Dichtern, die im Westgermanischen als Skop und im Altnordischen als Skalde bezeichnet wurden.
Als Gattungen kannten die Germanen wahrscheinlich Ritualdichtungen bei Opferfeiern, Totenklagen, Schlachtgesang, Zauberdichtung, Spruchweisheiten und Merkdichtung, Rätsel, Sagen über die Stammesursprünge, Lyrik wie Tanz-, Liebes- und Spottstrophen sowie Preislieder. Mit der Völkerwanderungszeit kamen höhere Gattungen auf, insbesondere das längere Erzähllied. Als Lied und Prosaerzählung wurden seitdem Heldensagen überliefert. Zu den nach der Bekehrung schriftlich überlieferten Texten, die zumindest teilweise den Traditionen german. Dichtung folgen, gehören das altenglische Epos Beowulf, das althochdeutsche Hildebrandslied und die Merseburger Zaubersprüche, die altnordischen Götter- u. Heldenlieder der Älteren Edda.
Wissenschaft
Mit der Maschine auf Du und Du
Vor zwei Jahren wurden Chatbots wie ChatGPT zu eloquenten Antwortmaschinen, Bildgeneratoren erschufen nach Texteingaben fast perfekte Bilder. Nun machen solche Systeme der Künstlichen Intelligenz aus Robotern smarte Maschinen, die eigenständig Aufgaben lösen können. von ULRICH EBERL Seit über einem Jahrhundert ist das Deutsche...
Wissenschaft
Auch tote Zähne können schmerzen
Warum der Tod eines Zahns dem Leid manchmal kein Ende bereitet, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Man liegt nachts im Bett, und es ist, als ob im Kopf ein Presslufthammer tobt. Wellen pochender Schmerzen jagen durch den Kiefer, jeder Kontakt der Zähne löst eine dröhnende Explosion aus. Tabletten helfen nicht, allenfalls bringt...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Blaue Wirkstoffe
Urzeit-Raubtier aus Namibia
Aus Warm und Kalt wird Strom
Als dem Mond die Luft ausging
Ozonbelastung verringert Kohlenstoffbindung
Hölzerne Riesen