Lexikon
griechische Literatur
Neugriechische Literatur
Sie reicht vom Ende des Byzantinischen Reichs bis zur Gegenwart. Man unterscheidet drei Perioden:
1. Volksdichtung mit Liebes-, Lehr- und historischen Gedichten während der türkischen Besetzung (1453–1820) mit lokalen Zentren auf den Inseln Rhodos, Chios, Zypern, den Ionischen Inseln und besonders auf Kreta, wo im 17. Jh. auch Drama und Komödie eine Renaissance erlebten, während sich das von der griechischen Intelligenz verlassene Konstantinopel auf die Erhaltung der gelehrten und religiösen Tradition in altertümlicher Sprache beschränkte.
2. Aufschwung der nationalen Literatur nach der Befreiung (1820–1920), eingeleitet durch Dionysios Solomos und Andreas Kalvos. Im Zuge nationaler Bestrebungen verfolgte man Ende des 19. Jh. das Ziel, die Volkssprache (Dimotiki) zur Literatursprache zu erheben (besonders Jannis Psycharis).
3. Die Periode seit 1920 ist gekennzeichnet durch den Anschluss an die moderne Weltliteratur; seit 1945 zeichnet sich die Lyrik durch ein starkes politisches und soziales Engagement aus. Ihre herausragenden Vertreter sind Manolis Anagnostákis (* 1925), Aris Alexandrou (* 1922) und Titos Patríkios (* 1928). N. Kazantzakis wurde mit philosophisch tiefgründigen Romanen bekannt. Die Geschichte ihres Landes und die Bedeutung historischer Ereignisse für das Individuum untersuchen Thanassis Valtinos (* 1932) und Rhea Galanaki (* 1947) in stilistisch vielfältigen Werken. Der Vermischung verschiedener Genres öffnen sich z. B. Soti Triantafillou (* 1957) und Amanda Michalopoulou (* 1966), während Autoren wie Alexis Panselinos (* 1943), Pavlos Matessis (* 1933) oder Ioanna Karystiani (* 1952) die griechische Lebenswelt vor geschichtlichem Hintergrund porträtieren. Surrealistische Tendenzen finden sich in der Lyrik der Nobelpreisträger Giorgos Seferis (1963) und Odysseas Elytis (1979). Die zeitgenössische Prosa, vertreten etwa durch Dimitris Chatzís (* 1913), Antonis Samarákis (* 1919), Vassilis Vassilikós (* 1934) oder Ersi Sotiropoulos (* 1957), zeichnet sich durch eine realistisch-nüchterne Sprache aus und stellt den heutigen Menschen in den Mittelpunkt der Darstellung. Andreas Staikos (* 1944) oder Siranna Sateli (* 1951) vermischen Surreales und Groteskes mit Alltäglichem.
- Einleitung
- Altgriechische Literatur
- Griechische Literatur des Mittelalters
- Neugriechische Literatur
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