Lexikon

Kunststoffe

Eigenschaften

Kunststoffe: Arten und Eigenschaften
Kunststoffe: Arten, Eigenschaften und Verwendung (Auswahl)
NameKurzzeichenmechanische Eigenschaftenthermische Belastbarkeit (in °C)Hauptverwendungsgebiete
CelluloseacetatCAzäh, fest, relativ kratzfest60Elektroisolier- und Sicherheitsfolien, Acetatseide, Lacke und Klebstoffe, Textilhilfsmittel, Druckfarben, Knöpfe, Schnallen und andere Formteile
EpoxidharzeEPsteif bis zäh, abriebfest, fest (Festigkeitserhöhung durch Glasfaserverstärkung) 80130in heiß- und kalthärtenden Lacken; für chemikalienfeste Beschichtungen und Imprägnierungen; zum warm und kalt Verkleben (z. B. Metalle); wichtigste Bindemittel für glasfaserverstärkte Kunst- und Schichtstoffe
PolyamidePAsteif, hart, sehr fest (Festigkeitserhöhung durch Verstrecken), abriebfest 80120Herstellung von Fasern (z. B. Nylon, Perlon); Spritzgießmassen mit guten mechanischen Eigenschaften (z. B. Zahnräder, Gleitlager); Kunstleder; Folienlackrohstoffe
PolycarbonatePChohe Festigkeit, Härte und Zähigkeit, nicht sehr abriebfest100130Spritzgussteile, Folien für Elektroisolation, Lichtbauelemente und Verglasungen
PolyethylenPEweich bis steif, zäh, niedrige Festigkeit85100 1. PE mit geringem Verzweigungsgrad (Dichte > 0,94): Herstellung von Hohlkörpern, Folien, Röhren, Profilen, Haushaltswaren
2. PE mit großem Verzweigungsgrad (Dichte < 0,930): Herstellung von Folien, Kabelisolierungen
PolyethylentherephthalatPETPsehr hart, abriebfest, dimensionsstabilbis 100blasgeformte Packmittel (besonders für kohlensäurehaltige Getränke), wärmebeständige und dimensionsstabile Präzisionsteile
PolyimidePIsteif, fest, gute Gleiteigenschaften, gute Abriebfestigkeitbis 260Drahtlacke, Schichtpressstoffe, Isolierfolien, Bindemittel für diamantbestückte Schleifscheiben
PolymethylmethacrylatePMMAhart, steif, druck-, zug- und biegungsfest70100 Verglasungen und Überdachungen, Lichtkuppeln, Uhrgläser u. a. (= Acrylglas); in der Zahnmedizin zur Herstellung von Zahnprothesen und künstlichen Zähnen; Lackbindemittel
PolystyrolePSspröde, steif, hart6090zur Fertigung harter und formbeständiger Teile; mit Treibmitteln beladen (= EPS = expandiertes Polystyrol) zu Hartschaum verarbeitet, der zur Wärme- und Schalldämmung im Bauwesen und als Verpackungsmaterial dient
Polyurethan
    hart
    weich
PURzäh und hart
weich und elastisch
bis 120
bis 90
Fasern bildende Stoffe für hochelastische Artikel (z. B. Gummibänder); Spezialklebstoffe; wärmefeste Lacke und Schaumstoffe; Pressmassen; gummielastische Waren (= PUR-Kautschuk)
Polyvinylchorid
    hart
    weich (+ Weichmacher)
PVCfest, steif, hart
flexibel, weich, gute Abriebfestigkeit
6090Fensterrahmen, Fassadenverkleidungen, Regenrinnen, Rohrleitungs- und Apparatebau, Folien
Fußbodenbeläge, Folien, Kunstleder, Kabelisolierungen, Schuhsohlen u. a.
ungesättigte PolyesterharzeUPspröde bis zäh, nicht sehr fest (Festigkeitserhöhung durch Glasfaserverstärkung)bis 140Gießharze und Vergussmassen, mit Glasfasern verstärkt zu Formstücken mit niedrigem Gewicht und hoher Festigkeit (z. B. für den Boots- und Fahrzeugbau), Formmassen, Beschichtungen, Lacke (lösungsmittelfreie Lackierung)
Kunststoffe: Abbau
Kunststoffe: Abbau
Abbau einer Celluloseblendfolie durch Kompostbakterien in 4 Stadien: Zustand bei Beginn, sowie nach drei, sieben und zehn Tagen.
Fast alle Kunststoffe lassen sich, im Vergleich zu den natürlichen Werkstoffen, sehr leicht formen, da sie bei der Herstellung oder Verarbeitung den plastischen Zustand durchlaufen. Thermoplastische Kunststoffe (Thermoplaste) können beliebig oft durch Temperaturerhöhung erweicht und nach dem Abkühlen wieder verfestigt werden. Sie bestehen aus linearen oder verzweigten Kettenmolekülen, die nicht vernetzt sind. Hierzu gehören z. B. Polyamide, Polyester, Polyethylen. Elastomere sind gummielastische Kunststoffe. Ihre Moleküle sind weitmaschig vernetzt, was eine elastische Formänderung möglich macht, aber keine plastische Verformung. Hierzu gehören die synthetischen Kautschuke. Duroplastische Kunststoffe (Duroplaste) sind nur anfangs bei höherer Temperatur plastisch, härten dann aus und behalten ihre Härte und Starrheit danach auch in der Wärme. Sie bestehen aus engmaschig vernetzten Molekülen. Hierzu zählen u. a. die Epoxidharze sowie die Polyurethane.
Die meisten Kunststoffe sind beständig gegen Oxidation, Fäulnis, Witterungseinflüsse und viele Chemikalien; die chemische Unangreifbarkeit mancher Sorten (Teflon®) wird nur von Edelmetallen übertroffen. Die Dichte aller Kunststoffe ist gering, etwa zwischen 0,9 und 2. Sehr groß ist häufig die Ausdehnung in der Wärme, die die der Metalle noch weit übertrifft. Fast alle Kunststoffe sind gute elektrische Isolatoren. Ein Nachteil der Kunststoffe ist die gegenüber den anorganischen Werkstoffen geringe Wärmebeständigkeit, die häufig kaum bis 100 °C geht, selten bis 150 °C und darüber. Oberhalb dieser Temperaturen verlieren die Kunststoffe ihre Festigkeit und z. T. ihre Form; bei noch höheren Temperaturen tritt Zersetzung ein. Einige Kunststoffe sind brennbar. Die mechanische Festigkeit der Kunststoffe ist gegenüber der von Metallen im Allgemeinen gering, kann jedoch bei einzelnen Arten auch sehr hohe Werte annehmen.
  1. Einleitung
  2. Eigenschaften
  3. Verarbeitung
  4. Geschichte
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