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Plötzlich menschenleer: Wie sähe die Welt dann aus?

Würde von jetzt auf gleich die Menschheit verschwinden, verschwänden allmählich auch ihre Spuren – sehr allmählich.

Menschenleere Gasse
Der menschliche Fußabdruck auf der Erde ist zwar überdeutlich, doch rund tausend Jahre würden reichen, um ihn praktisch auszulöschen.
Dass der Mensch die größte Belastung für unseren Planeten darstellt, ist unumstritten. Aber stellen wir uns doch mal für einen Moment vor, das Universum täte einen Fingerschnipp und alle aktuell 7,6 Milliarden Menschen wären spurlos verschwunden. Was würde dann passieren? Das erklärt folgende „Zeitreise in die Zukunft“.

1. Nach einer Woche

Unser Verschwinden wäre schon nach der ersten Minute bemerkbar. Sichtbare Auswirkungen wären jedoch „erst“ nach einer Woche zu erwarten.

Überraschend klare Luft

Wenn 7,6 Milliarden Menschen verschwinden, bedeutet das, dass rund 1,3 Milliarden Kraftfahrzeuge nicht mehr fahren, dass 800.000 wöchentliche Flüge ausfallen und 40.000 Handelsschiffe vor sich hindümpeln. Enorm positiv für die Luft. Dazu gibt es sogar einen Vergleich: Als nach dem 11. September die USA sämtliche Zivilluftfahrt für drei Tage verbot, wurde der Himmel sofort signifikant klarer.

Die Luft ist nun frei von Abgasen, viel Feinstaub wurde ausgeregnet. Jedes Lebewesen, das einen Atemzug tut, inhaliert nur noch einen Bruchteil der Schadstoffe die noch vor einer Woche über dem Boden schwebten.

Satellitenaufnahme des nächtlichen Europa
Europa bei Nacht. Schon nach einer Woche wären viele dieser Licht-Inseln verschwunden, weil Kraftwerken der Brennstoff ausgeht.
Wenn die Lichter ausgehen

Schon in den ersten Tagen würden fossile Kraftwerke ausfallen. Das trägt zwar ebenfalls zur Luftsauberkeit bei, gravierender wären jedoch die positiven Auswirkungen auf die Lichtverschmutzung. Denn diese oft verkannte Form der Umweltverschmutzung hat nur eine Ursache: Die menschgemacht-nächtliche Dauerbeleuchtung. Nun, wo auch viele Umspannwerke mangels Abnehmer zerstört sind, wird es in vielen Regionen mächtig dunkel werden. Die verbliebenen Tiere dürfen sich über einen natürlichen Nachthimmel erfreuen. Schildkröten orientieren sich wieder am Mond, statt an beleuchteten Hotelfenstern. Und Insekten können per Sternenlicht navigieren, statt Straßenlaternen zu umschwirren.

Tierisches Massensterben

Nach einer Woche beginnt jedoch auch ein Massensterben. Und zwar in sämtlichen Ställen und vielen Heimen. Überall, wo vom Mensch abhängige Tiere leben. Hier käme es aber auch auf die Jahreszeit an. Im Winter befinden sich beispielsweise mehr Rinder in Ställen als auf Weiden. Aber alleine in Deutschland wären 150 Millionen Nutztiere betroffen.

Dazu ungezählte Hunde, Katzen und in Käfigen gehaltene Haustiere zwischen Hamster und Kaninchen. Allerdings: Erstgenannte, sofern sie sich befreien können, hätten wohl die wenigsten Anpassungsschwierigkeiten.

2. Nach einem Monat

Es muss erst schlechter werden, bevor es besser wird. Ähnlich sieht es auch in diesem Szenario aus. Denn ein letzter „Gruß“ des Menschen ist sein Vertrauen auf Atomkraft.

Die GAU-Katastrophe

Die meisten Kernkraftwerke sind so konzipiert, dass sie selbstständig funktionieren, weil sie auf einem negativen Void-Koeffizienten basieren. Geht Kühlwasser verloren, fährt physikalisch unvermeidbar der Reaktor herunter. Doch: Einerseits gibt es auch Kraftwerke mit positivem Void-Koeffizienten (etwa die des Tschernobyl-Bautyps, diese Technik war auch der Grund für dessen Explosion.) Und andererseits benötigen auch „negative Kraftwerke“ Strom zur Abfuhr der Nachzerfallswärme.

Kernkraftwerk
Einige AKW würden nach wenigen Tagen ohne Mensch außer Kontrolle geraten. Vielerorts könnte aber die schützende Reaktorhülle das Schlimmste verhindern.
Weil aber viele Umspannwerke ausfielen, weil in den ersten Stunden „nach Mensch“ (n.M.) produziert wurde, aber keine Abnehmer vorhanden waren, fehlt mitunter dieser Strom. Was dann passiert, kann auch negativen Kraftwerken, siehe Fukushima, passieren: es kommt zu Kernschmelzen. Viele werden wahrscheinlich durch das schützende Reaktorgebäude aufgehalten. Andere jedoch gelangen an die Umwelt. Derzeit gibt es alleine weltweit 449 Zivil-Reaktoren, dazu hunderte militärische.

Die Klima-Erholung beginnt

Doch selbst mit radioaktiven Wolken hat das keine Auswirkungen auf unser Klima. Nach einen Monat beginnt das Klima sich in Mini-Schritten zu erholen. Vier Wochen lang wurde kein CO2 in die Umwelt geblasen, keine anderen Abgase produziert. Allein durch die Atmung stößt jeder Mensch pro Tag 25 Kilo aus – rechnet man dann noch die Autos und alle anderen technischen Geräte hinzu, sind das enorme, eingesparte Mengen.

Flut in den Städten

Viele Städte sind nur deshalb bewohnbar, weil der Mensch nachhilft. Bestes Beispiel: New York City. Der Untergrund dieser Metropole ist nur deshalb trocken, weil unzählige Pumpen rund um die Uhr Grund- und Meerwasser abhalten. New Yorks Tunnelsystem ist nun einen Monat n.M. überflutet. In den Niederlanden sieht es ähnlich aus und auch in New Orleans – die Stadt liegt größtenteils unterhalb des Meeresniveaus.

Hinzu kommen Flussstädte, die teils ein ähnliches Schicksal erleiden würden. Und: Der Panamakanal, über Meeresniveau und nur durch viele Schleusen voller Wasser, würde allmählich leerlaufen.

Die Tiere übernehmen

Überhaupt sind Städte nun ein brandgefährliches Pflaster. Denn die (Haus-)Tiere, die sich befreien konnten, streifen ungehemmt durch die Straßen. Haushund-Rudel jagen Essbares. Und dank der unzähligen Kadaver steigt die Zahl an Mücken und anderen aasfressenden Insekten sprunghaft an.

3. Nach einem Jahr

Mutter Natur ist kein sentimentaler Charakter. Schon nach einem Jahr wird sie eifrig daran sein, unsere Spuren auszuradieren. Die Welt nähert sich nun ihrem Ursprungszustand an.

Holzhaus a la Pettersson und Findus
So werden nach einem Jahr viele Gärten aussehen: Unkontrolliertes Wachstum von allem, was grünt.
Pilze überall

Keine feudelnden Hände. Keine staubsaugenden Helfer. Alles, was dafür sorgt, dass die Zivilisation adrett und wohnlich ist, ist seit 365 Tagen verschwunden. Schimmel macht sich breit. Das liegt daran, dass kaum noch Heizungen laufen. Viele Gebäude quellen deshalb vor Schimmel über. Ähnlich sieht es auch in den einst blitzsauberen Supermärkten aus, wo Pilze aus den Kühlregalen sprießen. Und die Tunnels und Unterführungen sind nun, ohne Licht, Hort für Champignons und Konsorten.

Brände, Fäulnis, Verwitterung, Schmutz

Ein Jahr n.M. macht sich auch ein anderes Bild breit – das verkohlter Gebäude. Zwar ist mit dem Menschen das größte Brandrisiko gebannt, gleichzeitig löscht aber auch niemand, wenn Blitze einschlagen. So manche Fachwerk-Altstadt besteht deshalb bald aus vielen Aschehaufen.

Wo das nicht der Fall ist, wird unser Verschwinden trotzdem sichtbar sein. Ein Jahr fuhr keine Straßenreinigung mehr, kehrte niemand Gehsteige, wurde kein Rasen gemäht, keine Hecke gestutzt. Wer bildliche Eindrücke sucht, kann sich Bilder aus Fukushimas Sperrzone anschauen, wo die Natur bereits wieder durchgreift.

Es wird wieder grüner

Bis es auf der Welt aber überall so aussieht, werden noch Jahre vergehen. Zunächst kehrt das Grün nur zaghaft zurück. In Städten zeigt sich das vor allem bei wildwuchernden Pflanzen. Efeu rankt. Dazu wilder Wein und vieles andere, das dem Menschen einst Arbeit abverlangte.

Auch Moos erkämpft sich seinen Weg aus den Ritzen zwischen den Pflastersteinen. Wo es schattig ist, zeigt sich nach einem Jahr schon ein dicker grüner Teppich. Und weil niemand mehr reinigend eingreift, sprießen schon die ersten Baumtriebe aus Dachrinnen, Flachdächern und so mancher LKW‑Ladefläche.

Die Meere quellen über

365 Tage lang wurde kein einziger Fisch gefangen. Das macht bei rund 80 Millionen Tonnen, die sonst jährlich aus den Meeren gezogen werden, einen gewaltigen Unterschied. Nicht nur, dass insgesamt mehr Fische vorhanden sind. Diese werden zudem viel mehr Nachkommen produzieren. Und weil das Nahrungsangebot nun so üppig ist, profitieren davon auch alle anderen Meeresbewohner. Etwa Pinguine, Robben oder Wale.

Verfallenes Haus
Zehn Jahre ohne Beheizung und menschlicher Pflege werden die meisten Gebäude in einen bemitleidenswerten Zustand versetzen.
4. Nach einem Jahrzehnt

Zehn Jahre, nachdem der letzte Mensch wandelte, wird die Welt ganz ähnlich aussehen, wie es schon heute die Stadt Prypjat bei Tschernobyl tut. Unsere Spuren sind zwar noch vorhanden, aber unverkennbar dem totalen Verfall preisgegeben.

Straßen verschwinden

Zehn Jahre lang sickerte Regenwasser in Straßenspalten, gefror und sprengte sie auf. Zehn Jahre lang krachte Sonne unbarmherzig auf Asphalt, blieben dort Blätter liegen und kompostierten langsam. Nun werden die meisten Straßen der Welt einer Buckelpiste gleichen. Hie und da scheint noch der Untergrund durch. Doch die Wege werden sich als merkwürdig grünes Band zeigen, bewachsen mit Gräsern und einigen Pflanzen. Das einzige, was noch etwas menschlicher aussehen wird, sind lange Brücken, bei denen es keine umliegende Vegetation gibt, die sich hätte darauf ausbreiten können.

Es wird wackelig und instabil

Betreten sollte man viele solcher Brücken, dazu eine Menge Leichtbauhäuser, nun aber nicht mehr. Denn ein Jahrzehnt ohne menschliche Pflege, dafür aber Schimmel und ungebremste Witterung haben dazu geführt, dass viele solcher Bauwerke akut einsturzgefährdet sind. Vor allem US‑amerikanischen Suburbia-Vorstädte sind davon betroffen. So, wie es aktuell in manchen Gegenden rund um Detroit aussieht, wird der Verfall nun global sein.

Wo ist das Ozonloch?

Das Ozonloch konnte sich zwar schon während der letzten Jahre der Menschheit schrittweise schließen. Nach zehn Jahren ohne diesen selbstzerstörerischen Bewohner hat es sich jedoch weitestgehend erholt. Natürliche Veränderungen der Ozonschicht, etwa das dünner werden am Ende des Antarktis-Winters, ist zwar immer noch zu beobachten, läuft jedoch nun mangels Luftschadstoffen in sehr viel geringerem Maß ab.  

Der Saatgut-Tresor stirbt aus

Zwar wird sich die Natur weiter ausdehnen, eines wird jedoch aussterben: Und zwar unser Saatgut-Tresor, der Svalbard Global Seed Vault auf Spitzbergen. Dort (und an anderen Orten auf dem Globus) wurden zu Menschzeiten enorme Mengen an Saatgut aus gezüchteten Kulturpflanzen gesammelt, um nach einem globalen Unglück ausreichende Mengen zur Nachzüchtung zu haben. Da zehn Jahre lang keine überlagerten Samen ausgetauscht wurden, beginnt nun ein Prozess, der noch viele Jahrhunderte anhalten wird: Das Saatgut verliert seine Keimfähigkeit. Erst werden die Sonnenblumensamen diese Fähigkeit verlieren. Doch bis die Erbsen, die zu den robustesten Samen zählen vergehen, werden noch einige tausend Jahre ins Land gehen.

5. Nach einem Jahrhundert

Es gab auf der bewohnten Erde nur wenige Orte, die so lange verlassen waren. Hundert Jahre ohne Mensch haben schon sehr vieles rückgängig gemacht – selbst die Strahlung der havarierten Kernkraftwerke ist schon stark zurückgegangen und nur noch im unmittelbaren Nahbereich eine Gefahr.

Tropischer Regenwald
Ohne störende Menschen werden sich die Wälder der Welt wieder in ihren wilden Ursprungszustand zurückentwickeln.
Urwald

Egal ob im Schwarzwald oder mitten in der Bronx: die Pflanzen haben sich alles zurückerobert. Auf den ehemaligen Autobahnen stehen gigantische Bäume – der viele Platz ringsherum gab ihnen durch viel Luft und Licht einen enormen Wachstumsvorteil. Weite Teile des heute mit Weizen und Mais bepflanzten amerikanischen Mittelwestens sind jetzt wieder Prärie. Und wo schon zu Menschzeiten Wälder standen, haben sich diese sich nun beinahe völlig in Urwälder zurückverwandelt.

Und: Bis auf einige über hundertjährige Großschildkröten, Wale und Krebse gibt es nun auf der Welt auch kaum noch Tiere, die noch den Menschen kannten.

Das Recht des (eingeschleppten) Stärkeren

Jahrtausende lang sorgte der Mensch absichtlich und unabsichtlich dafür, dass Pflanzen und Tiere aus anderen Erdregionen in neue Bereiche verschleppt wurden. Australien war vor der europäischen Besiedlung kaninchenfrei. Nun haben sich die reproduktionsfreudigen Nager ebenso stark vermehrt, wie in Europa die Herkulesstaude, die eigentlich aus dem Kaukasus stammt.

Und diese Lebensformen, die vom Mensch umgesiedelt wurden, haben sich nun ohne dessen Kontrolle teilweise erheblich gegenüber lokalen Populationen durchgesetzt. Andere jedoch, die nur durch die pflegende Menschenhand außerhalb ihrer Ursprungsregionen bestehen konnten, sind wieder verschwunden. Die natürliche Selektion läuft wieder wie in den Jahrmillionen vor uns.

Übrig bleiben Beton und Stein

Holzhäuser sind nun verschwunden. Allerdings ist trotzdem noch überdeutlich sichtbar, dass hier eine gigantische, denkende Spezies lebte. Denn unsere steinernen Spuren sind nun zwar verwittert und mit Pflanzen überzogen, aber sie sind immer noch da. Wolkenkratzer stehen ebenso noch wie Sakralbauten, Dämme, und auch die meisten massiven Einfamilienhäuser.

Allerdings haben Konstruktionen, die aus nacktem Stahl bestehen, schon stark gelitten. Die Golden Gate Bridge beispielsweise wurde ohne den regelmäßigen Neu-Anstrich von der Salzluft gehörig angeknabbert und Teile sind bereits in die darunterliegende Bucht von San Francisco gestürzt. Doch dass viele Hängebrücken aus Beton in die Flüsse kippten, weil die stählernen Halteseile rissen, kümmert die sich darin tummelnden Fischpopulationen kaum.

Was wird aus Zuchtrassen?

Die Natur ist erbarmungslos. Hundert Jahre n.M. zeigt sich dies auch darin, dass die meisten menschgezüchteten Rassen von Hund, Katze und Co. verschwunden sind. Sie wurden, weil sie sich nicht selbst versorgen konnten, einfach von der Evolution hinweggespült.

6. Nach einem Jahrtausend

Tausend Jahre später erinnert kaum noch etwas an uns. Die Natur ist fast in ihrem Ursprungszustand angelangt – aber nur fast.

Betonsockel im Meer
Solche bizarr geformte Stein- und Betonbrocken werden in tausend jahren die einzigen noch wirklich sichtbaren Spuren sein.
Die letzten Spuren der Menschheit

Selbst tausend Jahre reichen nicht, um uns vollständig vergessen zu machen. Überall auf der Welt sind unsere Spuren zwar überwuchert, aber teilweise auch noch vorhanden. Tagebauten, Brückenpfeiler, nackte Steinwände zeugen dann noch von unserer Existenz, wie es kurz vor unserem Verschwinden die Spuren des antiken Roms und Ägyptens taten.

Doch dort, wo wir siedelten, zeigen höchstens noch Glasscherben und Betonbrocken im hohen Wildgras, dass hier einst eine Hochzivilisation lebte. Kuppeln von Atomkraftwerken sind auch noch vorhanden, aber unsere einstigen Meisterwerke sind es nicht mehr. Der Berliner Fernsehturm liegt nun im von märkischem Sand bedeckten Sumpfland, das einst die Bundeshauptstadt war. Und der Burj Khalifa in Dubai ist so gesehen auch noch vorhanden, aber, weil ebenfalls zusammengebrochen, unter Metern von Wüstensand verborgen.

Die letzte große Flut

Jetzt, tausend Jahre später, sind die meisten Fluten vergangen und ihre Spuren wieder beseitigt, die durch das witterungsbedingte Zerbrechen unzähliger Staudämme herrührten. Tausend Jahre haben auch ausgereicht, um den menschgemachten Anstieg des Meeresspiegels abzubremsen. Allerdings verläuft die Nordseeküste nun deutlich weiter im Südwesten. Die zusammenbrechenden Deiche haben dafür gesorgt, dass in den ehemaligen Niederlanden „Land unter“ herrscht. Schon bei Arnheim können die Meeresvögel im salzigen Nass picken.

Und im Grenzgebiet zwischen Nevada und Arizona werden nun auch nur einige Tiere das unheilvolle Rauschen hören, das sich den Coloradoriver entlangschiebt, nachdem der Hoover-Staudamm aufbrach. Eine gute Leistung dafür, dass man ihm zu Menschzeiten nur eine menschlose Lebensdauer von 250 Jahren bescheinigte.

Die Luft ist wieder bei Null

Jetzt, wo die Luft tausend Jahre Reinigungszeit hatte, wird sie auch wieder auf vorindustriellem Niveau sein. Das einzige, was sie noch eintrübt, sind die Auswüchse gelegentlicher Vulkanausbrüche. Aber dass der Mensch sie einst so verschmutzte, weiß nun niemand mehr.

7. Was übrigbleibt und wie lange

Allerdings wird es auch nun noch andere menschgemachte Spuren geben. Und sie werden noch lange Zeit verbleiben:

  • Sämtliche Raumsonden, die wir aussandten, werden so lange weiterfliegen, bis sie in die Umlaufbahn eines fernen Planeten gelangen.
  • Gleiches gilt für alle menschlichen Radiosignale. Auch sie könnten noch in Jahrmillionen empfangen werden.
  • Leichter Weltraummüll in hohen Orbits wird ebenfalls noch mehrere Jahrtausende dortbleiben, bis er beim Wiedereintritt verglüht.
  • Menschliche Friedhöfe, sofern trocken gelegen, werden ihren Inhalt ebenfalls noch für Jahrmillionen konservieren.
  • Geschützt lagernde Gegenstände aus oxidationsträgem Metall werden noch Jahrtausende überdauern.

Abgesehen von unseren Spuren im Weltraum werden es auf der Erde aber vor allem die Überreste von Kunststoffen, Glasfaserkabeln und nicht zuletzt Atommüll sein, die einem zukünftigen Besucher verraten, dass es uns gab. Und wenn er sich die Mühe macht, Eis-Bohrkernproben zu nehmen, wird er darin auch eine Schicht finden, in der Ascheteilchen, radioaktive Isotope und erhöhte CO2-Werte zeigen, dass hier einst eine Zivilisation lebte, die glaubte, die Erde für immer verändern zu können – ein Glück, dass wir nicht so erfolgreich waren.

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