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LEXIKON

Samen

Sami; Samit; Samek; früher auch Lappen
Asien: Völker und Sprachen
Asien: Völker und Sprachen
Europa: Völker und Sprachen
Europa: Völker und Sprachen
altsibirisches Volk der finnisch-ugrischen Sprachfamilie, im Norden Norwegens (40 000), Schwedens (20 000), Finnlands (7 000) und auf der russischen Halbinsel Kola (2 000); früher waren sie weiter im Süden ansässig. Die Bezeichnung „Lappen“ wird von vielen Samen als diskriminierend empfunden.
Traditionelle Erwerbsformen der Samen sind Rentierzucht (z. T. halbnomadisch), Jagd, Pelzhandel und Fischfang; viele sind jedoch in die Städte (vor allem nach Oslo) abgewandert. Das Rentier ist Schlacht-, Milch-, Trag- und Zugtier.
Die traditionelle Kleidung von Männern und Frauen ähnelt sich: Stiefel mit aufgebogener Spitze, Leder- oder Tuchhosen, langer blauer Tuch-, dunkler Fries- oder Pelzrock mit rotgelbem Randbesatz, Leder- oder Webgürtel, bei Männern Mütze, bei Frauen Haube. Die Samen sind evangelisch-lutherische Christen (auf der Halbinsel Kola orthodoxe Christen), hatten einst Schamanen- und Bärenkult.
In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden private Organisationen und staatliche Stellen gegründet, um den Erhalt von Kultur und Sprache zu sichern. Dazu gehören der Samische Rat (gegründet 1956 als internationale Interessenvertretung) und die nationalen samischen Parlamente (in Finnland seit 1973, in Norwegen seit 1989, in Schweden seit 1993).
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