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LEXIKON

Schuld

Ethik
im moralischen Sinne Verstoß gegen das Gewissen und die sittlichen Normen nach freier Entscheidung. Schuld setzt die Freiheit des Individuums sowie dessen Einsicht in seine moralische Verantwortung notwendig voraus. Führt menschliches Handeln bzw. Unterlassen zu einem faktischen Gesetzesverstoß, so handelt es sich um rechtliche Schuld. Moral und rechtliche Schuld sind bisweilen eng miteinander verknüpft, jedoch nicht zwangsläufig identisch; z. B. ist ein Gesetzesverstoß unter einem politischen Terrorregime nicht immer als Schuld anzusehen. Von dem auf sittlichen Kriterien beruhenden Schuldbewusstsein streng zu unterscheiden ist das Schuldgefühl im psychologischen Sinne. Dieses steht in keinem realen Verhältnis zur tatsächlichen Schuld. Als Verdrängung des Wissens um das Geforderte wird es oft unbewusst aufrechterhalten und führt somit nicht selten zur Neurose. Die christliche Ethik fasst Schuld als eine Verfehlung gegen Gott auf. Schuldfreiheit in diesem Sinne ist nicht durch moralisches Handeln zu erreichen, sondern allein durch den Glauben des Menschen an die göttliche Gnade.
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