Lexikon
schweizerische Kunst
Malerei
Von der Malerei des frühen Mittelalters bis zum 10. Jahrhundert geben die von spätantiken und syrischen Vorbildern beeinflussten Wandmalereien in St. Johann zu Müstair und die in der Klosterkirche von St. Gallen gefertigten Miniaturen eine Vorstellung. Die bemalte Holzdecke der Kirche in Zillis ist der einzige gut erhaltene Bilderzyklus, den die Schweiz aus dem 12. Jahrhundert besitzt.
Die gotische Malerei der Schweiz schöpft überwiegend aus französischen und oberrheinischen Quellen; wichtigste Denkmäler sind die Glasfenster in Bern, Königsfelden und Lausanne. Die Tafelmalerei der Spätgotik hatte ihren Höhepunkt in den Werken von Konrad Witz, der mächtige Gestalten mit groß gefügten Räumen zur Einheit verschmolz.
Die Malerei der Renaissance war im Süden durch italienische Vorbilder bestimmt. Im Norden pflegte Niklaus Manuel Deutsch einen manieristisch übersteigerten Stil.
Im Barock legten M. Merian der Ältere und sein Sohn eine Enzyklopädie der europäischen Städte in Kupferstichen an. Als Vorläufer der Surrealisten malte J. H. Füßli fantastische, oft spukhafte Bilder.
Auf dem Weg vom 19. ins 20. Jahrhundert brachte die Schweiz zahlreiche bedeutende Maler hervor: C. Amiet und F. Valloton, die vom Impressionismus ausgingen und ihn überwanden; A. Böcklin, der aus der idealistischen Schule kam und dessen Spätwerk Elemente des Surrealismus aufweist; F. Hodler mit realistischen Bildern, später beeinflusst von Jugendstil und Symbolismus. P. Klee mit seiner unerschöpflichen surrealistischen Fantasie und A. Giacometti wirkten mit ihren Bildern über die Grenzen der Schweiz und Europas hinaus. Auch andere moderne Kunstrichtungen sind repräsentiert, so die Pop-Art, der Fotorealismus, Conceptual Art, Figurative Malerei und Kunst mit neuen Medien.
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