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Rosa Kleidchen und Spielzeugpistolen

Junge Mütter und Väter von heute sind mit der Forderung nach Emanzipation aufgewachsen. Viele streben das Ideal einer gleichberechtigten Partnerschaft an und legen Wert auf eine geschlechtsneutrale Erziehung ihrer Kinder. Umso erschreckender, wenn die Tochter nur rosa Kleidchen tragen will und der Sohn sich nichts sehnlicher wünscht als eine Spielzeugpistole.

Monika Wittmann

Unterschiede von Anfang an

Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass es tatsächlich neurologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Und offensichtlich beginnt die Geschlechtsidentität denkbar früh.
Schon als Neugeborene unterscheiden sich Jungen und Mädchen: Männliche Babys sind aktiver und wollen alles berühren. Dagegen reagieren weibliche Babys intensiver auf die Stimme ihrer Mutter und lassen sich durch Trostworte eher beruhigen.

Dieses Verhalten setzt sich fort: Im Kindergartenalter spielen Mädchen mehr Rollenspiele, sprechen über Freundschaft oder bewundern das neue Kleid der Freundin. Jungen sind häufig damit beschäftigt, um ihren Platz in der Rangordnung zu kämpfen. Oft auch "handfest" mit körperlichen Angriffen.
Im Schulalter haben Mädchen häufig größere sprachliche Fähigkeiten. Jungen sind oft besonders gut bei Tätigkeiten, die räumliches Denken erfordern. Deshalb beschäftigen sie sich meist gern mit Konstruktionsspielzeug.

Das alte Vorurteil vom schwachen weiblichen Geschlecht lässt sich bei Kindern dagegen nicht nachweisen. Im Gegenteil: Im Durchschnitt haben kleine Jungen mehr gesundheitliche Probleme. Dagegen erreichen Mädchen bestimmte Meilensteine der Entwicklung wie Laufen, Sprechen oder Sauberkeit meist früher. Für dieses Phänomen gibt es bisher noch keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung.

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