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Unter Strom

Wirtschaftswachstum und steigender Lebensstandard erhöhen auch in China den Energiebedarf. Dieser ist in den vergangenen Jahren fast doppelt so schnell wie die Wirtschaft selbst gewachsen und steigt jährlich um 20 000 bis 30 000 Megawatt, was etwa einem Viertel der deutschen Stromerzeugung entspricht. Allerdings liegt der Stromverbrauch pro Kopf der Bevölkerung mit 1300 Kilowattstunden zurzeit bei nur rund der Hälfte des Weltdurchschnitts. Durch falsche Investitionsentscheidungen Ende der 1990er Jahre kommt es allerdings immer wieder zu Stromengpässen. Hohe Investitionen werden in den kommenden Jahren erforderlich sein, um hier entsprechende Abhilfe zu schaffen.

Fossile und erneuerbare Energieträger

Steinkohle ist mit einem Anteil von 70 Prozent am Gesamtenergieverbrauch der Hauptenergieträger. China hat in den letzten Jahren seinen Verbrauch an Steinkohle nahezu jährlich verdoppelt. Da es über nur zwei Prozent der weltweiten Erdölreserven verfügt, importiert China seit Beginn der 1990er-Jahre Erdöl. Gegenwärtig führt China etwa die Hälfte seines Bedarfs ein und ist weltweit der zweitgrößte Erdölkonsument. Die Ölimporte stammen mehrheitlich aus dem Vorderen Orient, aber auch aus Russland, Afrika sowie Zentralasien und Lateinamerika. Besonders der schnell wachsende chinesische Automarkt forciert den Bedarf – Chinas zunehmende Nachfrage macht sich inzwischen durch drastisch gestiegene Weltmarktpreise für Erdöl bemerkbar. Auch deshalb plant die chinesische Regierung den Ausbau der Atomenergie von derzeit einem auf vier Prozent im Jahre 2020 und folglich den Bau von über 30 neuen Atomkraftwerken. Daneben sollen Wasser- und Windkraft sowie erneuerbare Energien gefördert werden. Im März 2005 hat der chinesische nationale Volkskongress ein Gesetz über erneuerbare Energien verabschiedet. Bis 2020 sollen 15 Prozent der Energie aus Sonne, Wind- und Wasserkraft gewonnen werden. Die Nutzung der Wasserkraft wird insbesondere in den wasserreichen Gebieten in Südwestchina verstärkt. Neben dem Großprojekt des Drei-Schluchten-Damms gibt es zahlreiche weitere Vorhaben, bei denen jedoch die Gefahr besteht, dass nicht nur einzigartige Landschaften rücksichtslos zerstört, sondern auch Hunderttausende Menschen gegen ihren Willen und zumeist ohne jede Mitsprachemöglichkeit umgesiedelt werden. Das Vorhandensein von Energie und Rohstoffen in ausreichender Menge ist für China von entscheidender Bedeutung, wenn die ökonomische Entwicklung weitergehen soll. Und auf ökonomische Erfolge ist die Regierung dringend angewiesen, um zumindest ein Mindestmaß an sozialer und politischer Stabilität zu bewahren.

Beherrschung des Wassers

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aus: China - Gastland der Olympischen Spiele, Chronik-Verlag
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