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Wandern mal anders: Ungewöhnliche Touren und Regionen

Ob als Tagestour oder im Urlaub: Wandern wird immer beliebter. Dabei gibt es in vielen Gegenden weit mehr zu sehen als nur spektakuläre Natur. Immer häufiger locken besondere Routen und Touren mit zusätzlichen Attraktionen – von Entdeckertouren für Kinder über Freilichtkunst bis hin zu Wanderungen auf historischen Pfaden. Wir stellen einige dieser besonderen Wanderungen in Deutschland und Europa vor.
w&p, 23.05.2017

An vielen Orten in Europa lässt sich Wandern mit einem ganz besonderen Erlebnis verbinden.

thinkstock.com, Ryan McVay

Rangertouren und Kunstwanderungen

Wandern ist für Kinder langweilig? Im Gegenteil: Geführte "Ranger"-Wanderungen wie beispielsweise in der Ferienregion Seiser Alm lassen den Aufenthalt in der Natur zu einer Entdeckungsreise für die ganze Familie werden. Wie leben nachtaktive Tiere? Welche Tiere sind in Südtiroler Gewässern zu Hause und was gibt es Interessantes über die heimische Insektenwelt zu erfahren? Ein Ranger nimmt die kleinen Entdecker mit auf große Tour und zeigt ihnen den Lebensraum von Wasser- und Waldbewohnern. Wer es lieber mystisch mag, kann mit Hexe Martha auf einer Wanderung die Welt der Schlernhexen erkunden, sich bei einem Besuch auf Schloss Prösels ins Mittelalter verzaubern lassen oder mit ihr in der Natur auf Kräutersuche gehen.

Kunst und Natur verschmelzen bei der spektakulären Vier-Seen-Kunstwanderung in Zell am See. Der Bergrücken der Schmittenhöhe auf 2.000 Metern Höhe wird dabei zu Europas größtem Freiluft-Kunstraum. Auf 18 Hektar sind 27 Großskulpturen, zum größten Teil aus heimischen Materialien wie Holz, Keramik und Stein gefertigt, in einer permanenten Ausstellung zu sehen.

Im italienischen Livigno warten alte, verschlungene Schmugglerpfade darauf, entdeckt zu werden.

Altarezia

Auf historischen Pfaden

Im italienischen Livigno warten alte, verschlungene Schmugglerpfade darauf, entdeckt zu werden. Contrabandieri nennen sie die Einheimischen. Diese Wege reichen in eine Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg zurück, wo zwischen Italien und der Schweiz die Schmuggler unterwegs waren, um ihr geringes Einkommen mit illegalem Handel aufzubessern. Da sie sich natürlich besonders abgelegene Routen suchten, bieten die geschichtsträchtigen Wanderungen — wie zum Beispiel die ins Val Mora — eindrucksvolle Naturerlebnisse.

Die Via Albula kreuzt immer wieder die Bahnlinie.

Rhätische Bahn

In der Schweiz können wir sogar wandern wie vor 4.000 Jahren: Bereits seit 1889 tragen die unverkennbaren Bahnlinien der Rhätischen Bahn zum Charme Graubündens bei. Geschichtsträchtig wird es bei einer Wanderung entlang der Albulalinie. Die Via Spluga, ein 65 Kilometer langer Kultur- und Weitwanderweg in den zentralen Alpen, führt von der Schweiz in das italienische Chiavenna. Die ursprüngliche Bausubstanz der Via Spluga aus der Bronzezeit ist noch heute zu einem großen Teil erhalten. Zu den besonderen Highlights der Strecke gehören das "Verlorene Loch", die erste Fahrstraße der Bündner Alpen aus dem 19. Jahrhundert, sowie  die St. Martin-Kirche aus dem 12. Jahrhundert in Zillis.

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