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Woher kommen die Redewendungen "gelb vor Neid" und "sich schwarz ärgern"?

"Gelb vor Neid": Gelb hatte im Mittelalter vorwiegend eine negative Bedeutung. Bekannt ist auch die Redewendung "Es wird ihm gelb und grün vor Augen". Dieser Ausspruch beruht wahrscheinlich auf dem Zustand bei einem eintretenden Schwindelgefühl: Eine solche Kreislaufschwäche kann diese Farberscheinungen im Auge mit sich bringen. Einen ähnlichen Zustand (Ohnmacht) kann auch gesteigerter Neid auslösen. Oftmals wird das "Ergelben" im Sinne von "Erblassen" benutzt. Jemand, der vor Neid gelb wird, sieht somit kränklich aus. Im Volksmund ist Gelb die Farbe der Bosheit, des Todes und des Neides.

"Schwarz vor Ärger": Ärgert sich jemand tatsächlich schwarz, bedeutet dies, dass er sich fast zu Tode ärgert. Die Redeart, die seit dem späten 18. Jahrhundert auch literarisch verwendet wird, ist eine Redewendung für den Verfärbungszustand eines Toten. Besonders deutlich ist dieser Zusammenhang bei dem Ausdruck "der schwarze Tod", die Beulenpest. Bei dieser Krankheit bedeckte sich der Körper des Sterbenden mit schwarzen Flecken.

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