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Zwischen allen Stühlen – Displaced Persons und Volksdeutsche

Schlesien und Ostpreußen waren nur die Brennpunkte des Fluchtgeschehens, es hatte jedoch schon weit früher begonnen.

Displaced Persons
Als die ersten Flüchtlinge lassen sich die russischen, baltischen und ukrainischen „Hiwis“ (Hilfswilligen) im Tross der Wehrmacht bezeichnen, die wussten, was sie erwartete, wenn die Rote Armee ihrer habhaft würde. Die meisten schlossen sich daher den zurückgehenden deutschen Truppen an und fanden sich bei Kriegsende als Strandgut des großen Krieges unter den Displaced Persons (DPs) in den Lagern wieder. Manche von ihnen lieferten die Westmächte an die UdSSR aus, wo die „Verräter“ entweder gleich liquidiert oder nach Sibirien deportiert wurden.

Volksdeutsche
Displaced, also entwurzelt, waren auch viele sog. Volksdeutsche, Menschen deutscher Herkunft mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, deren Familien zum Teil schon seit Jahrhunderten in Ländern Ost- und Südosteuropas, vor allem im Baltikum, in Polen, Ungarn und Rumänien, gelebt hatten. Jetzt machte man sie und ihre Landsleute für das Elend des Krieges verantwortlich. Die einmarschierenden Russen unterstützten den Austreibungsaffekt, sofern die Deutschen nicht schon vorher geflohen waren.

Hier vermischten sich daher schon die Begriffe „Flucht“ und „Vertreibung“ so wie bereits gut fünf Jahre zuvor: Damals hatten Hitler und Stalin Polen untereinander aufgeteilt, wobei große Gebiete Ostpolens an die Sowjetunion gefallen waren. Die dortige polnische Bevölkerung hatte es trotz der deutschen Besatzungsgräuel zum großen Teil vorgezogen, nach Kernpolen auszuweichen. Andere waren von den Russen vertrieben worden.

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